Hi mal wieder! Mensch ich weiß schon, warum ich immer so viel schreibe… Ich schreib einfach zu selten in den Blog, dann werden das immer so vierseitige Aufsätze…

Hier also ein kurzer Überblick über die letzten Tage. Sonntag kamen wir abends im Hotel an und waren direkt vom japanischen Teehaus-Stil begeistert. Das Hotel hatte einen kleinen japanischen Innengarten, ganz grün und mit den typisch japanischen Leuchten und am besten war, dass man direkt von unserem Zimmer aus reinblicken konnte. Unser Zimmer war ziemlich riesig, natürlich mit Tatami Matten und „Betten“ auf dem Boden, dazu dann eine kleine Ecke mit zwei Sesseln und Blick auf den Garten und ein Kotatsu!! Das ist eine ziemlich geniale japanische Erfindung und zwar ist das ein Tisch mit einer Wärmedecke! Man streckt seine Beine also typisch japanisch unter dem Tisch aus und durch die Heizdecke wird alles schön warm. Sehr schwer zu erklären irgendwie, aber perfekt für kalte Wintertage! Ok, wir brauchten das Ding nicht unbedingt, es war nämlich immer super Wetter und ziemlich warm.

Sonntag abend spazierten wir direkt noch nach „Canal City“, circa 10 Minuten von unserem Hotel entfernt. Eine gigantische Shopping-Arcade, in irrer „romantischer“ Aufmachung und total auf Weihnachten umgestylt. Leider waren wir ein wenig zu spät für die normalen Geschäfte, die machten nämlich „schon“ um 9 Uhr zu. Für Daniel, der mittlerweile durch die deutschen Öffnungszeiten ein wenig verwöhnt wurde (Kaufland bis 22 Uhr z.B.) direkt ein Skandal, aaaaber wir nahmens hin und wurden dafür mit einem tollen Weihnachts-Wasserspiel um punkt 21 Uhr belohnt. In Canal City gibt es wie in den meisten Shopping Arcades dieser Art einen riesigen Springbrunnen und natürlich die dazugehörige Wasserspiel Aufführung. Jetzt, kurz vor Weihnachten, kam dann die entsprechende Jingle Bells Musik und Kunstschnee dazu.

Natürlich war die ganze Shopping Mall auch ziemlich extrem weihnachtlich beleuchtet, das widersprach natürlich meinem Argument, dass die Japaner Weihnachten eigentlich garnicht zelebrieren würden…

Wir hatten von Seiya den heissen Tip bekommen, bei „Ichiran-Ramen“ essen zu gehen… Natürlich war auch dieser Kultladen in Canal City vertreten. Ichiran ist in Fukuoka die berühmteste Ramen-Kette, die den speziellen „Tonkotsu“ Ramen verkauft. Tonkotsu bezeichnet glaube ich den speziellen Geschmack nach dem Schweinefleisch-Stück im Ramen…

So, jetzt aber zu Ichiran. Wir gingen zum Automaten, wo man sich in Japan immer Tickets fürs Essen kauft. In normalen Ramen Läden hat man zumindest immer drei verschiedene Auswahl-Möglichkeiten, je nach Basis der Ramen-Nudelsuppe, also Salzig, Miso, oder Soyasoße…. Dann gibts noch die verschiedenen Nudelsuppen, also mit Fleisch, oder Ei, oder sonstwas…

Bei Ichiran gibt es nur einen einzigen Ramen, dieser kostet 780 Yen und das einzige was man sich noch dazu bestellen kann sind ein paar extra Zutaten, also Extra-Nudeln, oder ein gekochtes Ei extra oder für die ganz hungrigen noch eine Schüssel Reis dazu.

Wir bestellten uns die ganz normale Portion und gingen hinein. Drinnen gab es direkt kleine Fragebögen (u.a. auf English, Koreanisch und Chinesisch), die man später, wenn man endlich auf seinem Stuhl sitzt ausfüllen muss. Hierauf kann man dann ankreuzen, wie scharf die Suppe sein soll, wieviel Knoblauch rein muss, wieviele Frühlingszwiebeln, einfach alles nach seinem Geschmack… Ich wählte fast überall die goldene Mitte, immerhin wollte ich den typischen Geschmack haben. Man sitzt bei Ichiran ziemlich abgeschottet von allen anderen. Zwar in einer Reihe, aaaber jeder hat seine eigene kleine Kabine, damit einem auch niemand aufs Essen gucken kann. Man füllt also die Zettel aus, eine Bedienung kommt und sammelt alles ein und kurze Zeit später kriegt man dann seinen eigenen Ichiran-Ramen vorgesetzt. Die Schalen sind auch sehr edel, generell ist das ganze Ambiente perfekt, jeder hat seinen eigenen kleinen Trinkwasser Hahn, damit man auch dafür nicht die bedienung rufen muss.

Was soll ich groß zu dem Ramen sagen, er war einfach perfekt! Sowas von lecker, genau richtig vom Geschmack her und genau das, was wir brauchten! Daniel hätte direkt noch eine Portion essen können, einfach weils so lecker war. Der Preis war vollkommen gerechtfertig (ich geh normalerweise immer nur in so billige Ramen Läden, aber man merkt den Unterschied!).

Ok, jetzt aber mal zu unserer großen Fukuoka Tour am nächsten Tag, wir waren sehr viel unterwegs, per Fuß und per U-Bahn. In Fukuoka gibt es eigentlich nur zwei U-Bahnen, die sich einmal kreuzen. Wir sind sogar eigentlich nur mit der einen gefahren, die deckt so ziemlich alles wichtige ab. Wir haben uns einfach mal das Tagesticket für 500 Yen gegönnt, jede Fahrt mit der Ubahn kostet nämlich 200 Yen, außer man fährt nur eine Station, dann sind es 100. Die Stationen sind aber meistens auch nicht zu weit entfernt, dass man eine Station auch locker laufen kann.

Wir sahen an dem Tag einen riesigen Holzbuddha (direkt neben unserem Hotel in einem kleinen Tempel), die total bewachsene Treppen-Terrasse vom Acros Gebäude (wir wollten aber nicht zu Fuß die 300 Treppen hochsteigen…), die unterirdische Shoppingmal im Business Viertel Tenjin, die Schlossruinen von Fukuoka (nicht so spektakulär…), den wunderschönen Ohori Park mit einem riesigen See in der Mitte uuuund schließlich noch den Fukuoka Tower. Wir waren also eigentlich den ganzen Tag unterwegs und der letzte Weg zum Tower war wirklich der schlimmste. Allein dahin sind wir mindestens 45 Minuten gelaufen und wir waren eigentlich wirklich schon am Ende 😀

Aber die Aussicht hat sich gelohnt, der Tower liegt direkt am Meer und wir waren pünktlich zur Dämmerung da, haben also alle Fotos einmal im Hellen, dann bei Sonnenuntergang und dann noch nachts. Natürlich wäre es auch hierbei praktisch gewesen die Anleitung zur Spiegelreflex Kamera ein wenig intensiver studiert zu haben.

Auch der Tower war ganz weihnachtlich geschmückt, schon im Aufzugschacht waren überall kleine Weihnachtsmänner angebracht, die den Tower quasi heraufkletterten. Vor dem Tower selber waren alle Bäume mit blauen Lichterketten dekoriert, wirklich ein toller Ausblick!

Total kaputt und fertig mit der Welt hatten wir eigentlich an diesem Tag alles von Fukuoka gesehen was wichtig war. Also hatten wir am nächsten Tag etwas mehr Freilauf und fuhren zum Uminonakamichi Park etwas außerhalb von Fukuoka. Dies ist ein riesiger Park, mit vielen Gärten, einem Streichelzoo (ähnlich dem Kaisergarten in Oberhausen), mehreren Spielplätzen, einem kleinen Vergnügungspark mit Achterbahn und Riesenrad und einem super Ausblick aufs Meer. Er liegt nämlich auf einer kleinen Landzunge, die von beiden Seiten vom Wasser umgeben ist und hat eine schöne Aussichtsplattform zum Meer hinaus.

Achja, bevor wir in den Park fuhren wollten wir in der Hakata Station (Hauptbahnhof von Fukuoka) noch Frühstück in der Bäckerei kaufen. Als wir uns grade ein Tablett genommen hatten stürmte eine Japanerin auf uns zu, riss meinen Arm an sich und schrie auf japanisch durch die ganze Bäckerei „Willkommen, ich zeig Euch was es hier gutes gibt“. Die Frau war wahrscheinlich heftig betrunken, sah auch generell nicht so gesund aus und wirkte heftig verwirrt. Sie zog uns durch den halben Laden, zeigte uns heftig viele Sachen, küsste mich auf meine Wangen und drückte Daniel an sich. Daniel meinte direkt nur, dass ich bloss auf meine Wertsachen aufpassen sollte, aber die Frau hat uns nichts geklaut, ich glaub sie war einfach nur heftig hinüber… dieses Verhalten war einfach so unjapanisch und wir fühlten uns danach irgendwie ziemlich eklig ^^. Wenigstens war das Essen gut 😀

Als wir an dem Park ankamen mussten wir noch nicht mals unsere Bahntickets vorzeigen, irgendwie sehr seltsam. Wir zogen uns also Eintrittskarten und jetzt kam uns die beste Idee aller Zeiten: wir mieteten uns Fahrräder!!! Jetzt hatten wir für mehr als drei Stunden Fahrräder, mussten nicht durch diesen weitläufigen Park zu Fuß latschen, es war einfach himmlisch im Vergleich zum 10 km Marsch vom Vortag. Wir radelten also erstmal zum Meer, genossen den himmlischen Ausblick und das unglaublich gute Wetter und schossen unzählige Fotos.

Weiter gings mit dem Rad zum „Wald der Tiere“, dem Streichelzoo innerhalb des Parks. Naja, ich verglich das Ding ja vorher mit dem Kaisergarten, aber im Kaisergarten gibts keine Affen, Känguruhs und Flamingos, oder? Bin grade unsicher, ob es dort nicht doch Flamingos gibt :D. Wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß den Tieren zuzuschauen, insgesamt gab es drei verschiedene Affenarten, die sich alle sehr über Futter freuten! Warum sind die Deutschen eigentlich nicht so genial wie die Japaner? In Deutschland krieg man das Futter ja immer in so Pappboxen. In Japan zieht man sich das Futter auch aus Automaten, aber die Verpackung ist aus Esspapier!! Also direkt zum Mitverfüttern! Also den Affen hat es echt gut geschmeckt, den Erdmännchen sogar so sehr, dass unter ihnen wilde Kämpfe ausbrachen. Die Känguruhs zu streicheln war wirklich mal eine ganz neue Erfahrung, zum Glück war eins nicht so träge wie die anderen faulen Säcke und lies sich mit unserem Futter herbeilocken.

Weiter ging es mit der Radeltour durch den Park, im Sommer ist der Park mit Sicherheit sehr volll mit spielenden Kindern und so, aber jetzt erinnerte er eher an verlassene Wüstengegenden oder Fallout oder sonstwas 😉 Auch der Freizeitpark wirkte ziemlich verlassen und gruselig, wir ersparten uns also das Riesenrad.

Zurück in Fukuoka nahmen wir uns nochmal mehr Zeit für Canal City und fanden richtig klasse Shops. Einen riesigen Ghibli Store (zum Glück gibts von der Sorte auch noch welche in Tokyo) und einen „Jump!“ Store, passend zum wöchentlichen Manga-Magazin aus dem so bekannte Serien, wie Dragonball, One Piece, Bleach und Deathnote stammen. Also ein absolutes Paradies für mich! Für Daniel waren die ganzen Kitschläden eher nicht so spannend, dafür hatte er seinen Spaß oben in der Spielhalle. Wir zockten natürlich eine Runde Mario Kart und guckten uns alle Neuheiten an Spieleautomaten an, Rambo, Silent Hill und alles andere, was noch laut und schrill ist 😉

Wir schlenderten also zurück zum Hotel, wo wir noch den ganzen Abend Zeit hatten unsere Sachen zu packen, am nächsten Tag gings dann ja auf nach Nagasaki. Im Fernsehen lief noch Flammendes Inferno im Original mit japanischen Untertiteln, ziemlich genial 😀

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