Jetzt habe ich so lange nichts mehr in den Blog geschrieben, es gibt so einiges nachzuholen…. Osaka ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich kriege das bestimmt noch alles auf die Reihe 😉

Osaka ist ziemlich groß, ok, nicht so groß wie Tokyo, aber eigentlich auch schon riesig. Es Bevölkerungsmässig ist es zwar „nur“ an dritter Stelle, hinter Tokyo und Yokohama, aber das merkt man irgendwie gar nicht. Es gibt mehrere größere Bahnhöfe in Osaka, der Shinkansen hält immer an der Station Shin-Osaka (das ist der neue Bahnhof), dann gibt es noch Osaka Station, die allerdings nur auf JR Seite so heißt, wenn man mit der Metro fährt heißt das ganze Umeda Station. Und dann gibts noch nen ziemlich großen Bahnhof im Südteil von Osaka, nämlich Umeda.

Musste mir das mal aufschreiben, ich vergess das nämlich selber immer wieder, wenn ich mal längere Zeit nicht da war 😀

Unser Hotel lag 20 Minuten mit der Metro von Shin Osaka entfernt, also überhaupt keine Probleme mit mehrfachem umsteigen oder so. Es gibt in Osaka auch eine JR Linie (mit JR konnten wir ja kostenlos fahren, dank des Railpasses), unser Hotel lag sogar auch an der, aber die hat leider keine direkte Verbindung zu Shin-Osaka.

Naja egal, also lustig war, dass es zwei Hotel Chuos direkt nebeneinander gab. Ich hatte das schon irgendwo gelesen, dass die anstatt sich zu erweitern einfach ein zweites Hotel dazu gemietet hatten, mir war ja auch klar in welches wir mussten, aber irgendwie schon seltsam 😉

Unser Zimmer war eigentlich sehr schön. Ein sehr sauberer Tatami Raum (damit kann man eigentlich nicht viel falsch machen, deswegen nehm ich das so gerne), eine eigene kleine Badezimmer-Kammer und Futons auf dem Boden. Ich hatte das ja eigentlich extra so ausgesucht, aber ich muss gestehen, dass mir das Bett in Beppu eigentlich doch ganz gut gefallen hat 😉

Wir hatten außerdem noch Internet auf dem Zimmer (mit Kabel, mal was ganz neues ^^) und einen Fernseher mit Video on Demand Anlage.

Am ersten Abend gings erstmal direkt nach Den-Den Town. Den steht im japanischen für Elektrizität, also ist Den-Den Town das Akihabara Osakas, das Elektronikviertel ^^.

Unser Hotel war nur 10 Minuten von Den-Den Town entfernt. Dieses Viertel ist längst nicht so grell und bunt wie Akihabra, es gibt viel mehr kleine, einzelne Läden, aber es ist doch ziemlich übersichtlich, einfach eine lange von beiden Seiten überdachte Straße.

Traurig, aber wahr, wir wollten uns einfach nichts kaufen. Irgendwie hatten wir wirklich schon alles in Deutschland…

Am nächsten Tag ging es zuerst mit der Ringlinie zum Schloss von Osaka. Dies spielte eine wichtie Rolle in der japanischen Geschichte (zur Tokugawa Zeit). Es galt eigentlich als uneinnehmbar, wurde aber natürlich trotzdem mehrfach eingenommen. Es ist auch eigentlich nur der Nachbau von Schloss Osaka, das darf man der Burg aber nicht verübeln, ich glaube sie wurde so oft zerstört, egal ob durch Plünderung oder Blitzeinschläge, irgendwie mussten die Japaner das Ding andauernd wieder neu aufbauen…

Als wir schon einmal in Osaka waren wurde uns geraten Schloss Osaka lieber nicht anzuschauen, wenn wir eh nach Himeji wollten. Ok, Himeji Castle ist wirklich das bis jetzt schönste, was ich gesehen habe, aber die Burg in Osaka macht auch einiges her. In den Schlosspark kommt man kostenlos und kann so schon einige tolle Fotos von der Burg schießen. Wir bezahlten aber trotzdem noch den Eintritt, um mehr über die Geschichte zu erfahren und einen tollen Ausblick von der Plattform zu bekommen.

Nach Schloss Osaka fuhren wir weiter nach Osaka Station. Wir wollten zum „Floating Garden Observatory“, einem sehr, sehr hohen Turm mit extra Aussichtsplattform in 170 m Höhe. Erstmal liefen wir zum falschen Turm, der sah ungefähr so ähnlich aus, war aber auf der falschen Seite und hatte keine Plattform 😀 Warum ist es in Japan eigentlich immer so schwer Hochhäuser zu finden?? Ich glaub es gibt einfach zu viele davon ^^ in Deutschland ist es einfach das höchste Haus was irgendwo rumsteht, aber in Japan tummeln die sich ja immer sofort im Dutzend…

Auf der anderen Seite des Bahnhofs mit einem riesigen Yodobashi Kamera Laden und einer unglaublich riesigen Baustelle (ich möchte gar nicht wissen, was die da schon wieder für ein Shopping Paradies hochziehen wollen) fanden wir nun endlich „unser“ Hochhaus. Ok, wir hätten das schon entdecken können, aber wir sind eben an der falschen Seite rausgegangen ^^.

Der Tower selber war schon sehr beeindruckend, es sind eigentlich zwei Hochäuser, die oben dann zusammenwachsen…

Unter dem Tower erwartete uns dann auf einmal ein deutscher Weihnachtsmarkt! Ich hatte schon gedacht ich würde dieses Jahr keinen mehr sehen, aber dieser übertraf alle meine Erwartungen. Es gab wirklich alles, was man sich so vorstellen konnte, Glühwein, Bratwurst, deutsches Bier, Stick-Deckchen, Baumdeko, Räuchermännchen, viel zu viel zu futtern und den ganzen anderen Kram. Außerdem natürlich einen irre hohen Weihnachtsbaum und kitschige japanisch-deutsche Deko. Also Engelchen und Co im Japanstyle, achso eine ziemlich große Krippe gab es übrigens auch! Wir waren davon schon begeistert, wollten aber unbedingt die letzten Sonnenstrahlen auf dem Tower genießen, also bezahlten wir den Eintritt und fuhren das erste Stück mit dem Aufzug hoch.

Jetzt kommt das gemeine, wo sogar Daniel weiche Kniee bekam! Das nächste Stück fährt man nämlich mit einer unglaublich hohen Rolltreppe, die beide Gebäude miteinander verbindet!! Man schwebt also in 150 m Höhe zwischen den beiden Gebäuden hindurch, ürgs… Also da wird einem schon ein wenig mulmig.

Danach gings dann noch zwei Treppen und hoch und tadaaa, wir waren oben. Es war wirklich total irre Osaka von oben zu sehen. Die Plattform ist ja offen, ok, sie ist ausreichend geschützt, damit niemand runterfallen kann, aber ich war persönlich noch nie so weit oben ohne Glas um mich herum. Alles war unheimlich schön mit Schwarzlicht beleuchtet, die Japaner wissen einfach wie sie so etwas inszenieren können. Wir verbrachten ungefähr eine Stunde da oben nur mit Staunen und Fotografieren.

Unter der Plattform gab es natürlich auch wieder eine kleine Bar, diesmal aber mit anständigen Preisen UUUUUND Bionade! Ja wirklich, deutsche Bionade hält Einzug in Japan! Ich fragte direkt mal nach dem Preis und war überrascht, dass es nur 400 Yen kostet! Das sind momentan etwas über 3 Euro, also eigentlich ein recht angenehmer Preis, wenn man bedenkt, wieviel das Zeug schon in Deutschland kostet!

Auf dem Rückweg genossen wir natürlich noch ein wenig den deutschen Weihnachtsmarkt (übrigens standen dort auch ziemlich viele Deutsche in den Büdchen!) und gingen noch einmal nach Yodobashi, nur um zu merken, dass wir dieses Mal einfach keinen Elektronik-Schnickschnack bräuchten.

Daniels Fuß ging es nach der ganzen Latscherei nicht so gut, also machten wir den nächsten Tag eine kleine Pause und gönnten uns die coole Video on Demand Karte für unseren Raum. Zuerst war natürlich Wasabi mit Jean Reno dran, klasse Film, der in Japan spielt! Ok, ich kann zwar kein französisch, aber die japanischen Untertitel waren schon ganz in Ordnung 😀 Daniel konnte zuhören, ich musste lesen, schon ganz lustig! So ganz zu Hause bleiben geht ja irgendwie auch nicht, also spazierten wir ein wenig in der Gegend rum, um etwas zu essen zu finden. Ich wusste ja schon, dass es in Osaka viele Obdachlose gibt, aber ich war trotzdem geschockt, als ich sah, wieviele davon bei uns in der Gegend „lebten“. Schon im Schlossgarten sah man überall die blauen „Zelte“, meistens irgendwelche wirren Konstruktionen aus Pappkartons und blauer Plane, die selbstgebastelten Häuser der Obdachlosen. An unserem Hotel gab es eine ältere Einkaufsstrasse, die wir jetzt mal in die andere Richtung gehen wollten. Dort gab es zwar Restaurants, aber eigentlich gab es sie glaub ich nur noch, weil sie Karaoke anboten. Man kann dort also in diesem Mini Restaurant ein Liedchen für 100 Yen trällern. Aber alles sah einfach so dreckig und alt aus, dass wir gar nicht dort essen gehen wollten. Irgendwie war das wirklich ein anderes Gesicht Japans, was man in Tokyo gar nicht so mitbekommt. Schon eher Slum-mässig, überall nur sehr alte, obdachlose Menschen, die einem richtig leid taten.

Ok, um wieder auf ein spassigeres Thema zu kommen gebe ich jetzt mal einen ultimativen Film-Tip weiter! Ein alter Bekannter von mir bat mich nach einer DVD Ausschau zu halten. Und zwar geht es um einen Film von Takashi Miike, einem sehr bekannten, japanischen Filmemacher. Ich find die Filme meistens zu krass, es fließt unheimlich viel Blut (ok, das ist auch eben dieser Miike Style), aber eigentlich sind sie immer exzellent gemacht.

Jetzt der Name des Films ….. Sukiyaki Western Django! Ok, hört sich total plemplem an, aber es gibt noch ein paar interessante Facts zu dem Film! Er ist wie ein Western aufgebaut, es spielen aber fast nur Japaner mit, die Englisch reden! Die einzige nicht von einem Japaner besetzte Rolle spielt…… Quentin Tarantino! Ja, jetzt wirklich! Total irre, er spielt direkt am Anfang in einer genialen Szene und ist für die Story auch recht wichtig! Einfach der absolute Hammerfilm 😀 Vor allem, weil die Japaner alle Englisch reden mussten, man versteht nur die Hälfte von diesem Slang, aber es macht sehr viel Spaß den Film zu gucken. Wer also an Tarantino Filmen Interesse hat wird sicher auch diesen Miike Film gut finden. Es gibt ihn aber anscheinend nur in Japan zu kaufen, wir holen ihn uns auf jeden Fall, wer Interesse hat, bitte einfach bei mir melden ^^.

Öhm ja, also das wars eigentlich zu dem chilligen Filmtag. Wir sahen außerdem noch Sweeny Todd und Happy Feet, aber dazu gibts eigentlich nicht so viel zu erzählen…

Am nächsten Tag gings auf ins größte Aquarium Japans! Das liegt ganz in der Nähe des Hafens von Osaka, hat acht Etagen, ist wirklich irre groß uuuund es gibt dort sogar zwei Walhaie! Beworben wird zwar immer nur einer, aber die haben vor kurzem noch einen zweiten bekommen! Was soll ich groß dazu schreiben, es war einfach unglaublich! Am Anfang geht man erstmal durch so eine Aquarium Röhre zum Einstimmen, danach wird man an verschiedenen kleinen Aquarien vorbei geführt, die aber alle für sich unglaublich liebevoll gestaltet sind. Ich war auch schon begeistert von den Ottern, nur der Walhai konnte das toppen ^^. Dann gibts dort natürlich noch die üblichen Verdächtigen, Pinguine, Seelöwen, Delphine, diese heftig großen, runden Mondfische (heißen in Japan Sonnenfische??), sehr viele Rocken, Kugelfische und auf der sechsten Etage kommt man dann an den Riesentank mit den Walhaien. Dieser Tank geht quasi runter bis zur untersten Etage, man kann den ganzen weiteren Weg immer wieder die Walhaie bestaunen! In dem Becken schwimmen dazu dann noch Hammerhaie und so weiter rum, aber eigentlich sind die Walhaie einfach am unglaublichsten 😉

Danach waren wir noch auf dem Riesenrad ganz in der Nähe, wir hatten dort einen tollen Ausblick, aber ich war immer nocch total geflasht von den Walhaien 😀

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