15.08.06 Noch in Deutschland

So, das ist also mein erster Blog. In genau fünf Wochen komme ich in Japan an und habe dann hoffentlich ganz viele interessante Sachen zu berichten!

13.09.06 Noch fünfmal schlafen…

Es sind jetzt nur noch wenige Tage bis ich nach Japan fliege und heute geht der ganze Stress erstmal so richtig los… Seit heute morgen packe ich schon diversen Kram zusammen und jetzt ist auch noch mein Koffertrolli kaputt! Das ist ziemlich furchtbar, immerhin war der kleine schon zweimal mit in Japan und war mir immer ein treuer Begleiter… Naja, da kann man nix machen, muss ich eben noch schnell einen neuen kaufen. Und auch wenn noch ziemlich viel Kram in der Wäsche ist ist der Haufen der in den Trolli soll schon ziemlich hoch, na wenn das mal alles so passt. Und natürlich fraglich, ob das ganze nicht schon jetzt die 20 Kilo Marke übersteigt, hoffen wir mal das Beste!

Alle die meine Email nicht gekriegt haben aber irgendwie trotzdem diese Seite entdeckt haben können mich natürlich einfach anschreiben. Ich schick Euch dann meine Postadresse in Japan und so weiter zu.

15.09.06 Antwort aus der „Region Hannover“

Juhuuu, mein Tag ist gerettet! Heute habe ich endlich mal was vom Bafög Amt bekommen. Im Grunde genommen ist es auch nicht so toll, aber allein, dass ich jetzt endlich ein Aktenzeichen habe versüßt mir die Tage bis zum Abflug. Vier Sachen muss ich noch nachreichen, aber das ist wirklich kein Problem… Nur Zettel von der Uni und der Praktikumsstelle in Japan ausfüllen lassen, aber zur Uni muss ich eh und ich wollte Steffi (www.steffibiginjapan.de.vu) sowieso mal bei der Praktikumsstelle besuchen. Sie meint ja, dass das Büro ziemlich klein wäre, aber die Arbeit dort macht ihr so viel Spass, dass sie grade gar nicht mehr weg will 😉

Jetzt muss ich nur noch warten, vielleicht krieg ich ja sogar Bafög, das würde alles einfacher machen! Drückt mir die Daumen!

17.09.06 Ein schöner letzter Tag

Heute hatten wir noch einen Auftritt mit der Band im Jahnstadion. Ich bin wirklich froh, dass das alles geklappt hat und dass das Wetter auch gut mitgespielt hat denn es hat sehr viel Spaß gemacht bei dem Frauenlauf zu spielen. Außerdem habe ich noch viele Leute getroffen und konnte mich von allen gut verabschieden.

Ok, wir haben uns ziemlich oft verspielt, in so nem Stadion wird man doch leichter abgelenkt als woanders und die Technik wollte am Anfang auch nicht so wie wir, aber irgendwie hat das niemanden gestört und wir haben sehr viel positive Rückmeldung erhalten.

Grade haben wir uns dann noch zu einem Abschieds Pizza Essen getroffen wobei wir alle fleißigen Helfer noch von unserem Lohn eingeladen haben. Der Abend ist wirklich schön ausgeklungen, doch der Abschied wird jetzt immer härter. Ich frag mich wie das morgen am Flughafen werden soll, ich glaube ich packe viele viele Tempos ein.

19.09.06 Hallo Ihr Lieben,

nach einem Traenenreichen Abschied und vielen langweiligen Stunden Flug (warum kannte ich blos auch alle Filme schon) sind wir endlich angekommen.  Anika wurde prompt von Ihrem Professor abgeholt und auf uns wartete schon Saiko san. Diesmal haben wir dann die komfortable Alternative zur Heimfahrt gewaehlt. Sonst fahren wir ja immer aus Kostengruenden vom Flughafen nach Tokyo mit der Bahn, diesmal sind wir dann mit dem Expressbus bis nach Soka Station gebraust. Das war wirklich viel angenehmer, vor allem weil man nicht umsteigen musste und man keine Angst um das Gepaeck haben musste. Danach sind wir mit Saikosan dann direkt zu unserer Vermietungsfirma Polus gelaufen, wo wir nachdem wir unseren Mietvertrag unterschrieben hatten unsere Schluessel bekamen. Dann gabs noch eine ganz neue Erfahrung fuer mich… In Japan Taxi fahren!!! Ok, es war wirklich kein weiter weg, aber die Uni bezahlt das eh alles, also haben wir uns mal den Luxus gegoennt. Der Fahrer trug weisse Handschuhe, die Sitze waren mit Spitze versehen und wir mussten uns hinten noch nicht mals anschnallen. Von meiner neuen Unterkunft kann ich noch nicht wirklich viel berichten, wir waren nur ungefaehr 5 Minuten da als wir schon wieder zur Uni aufbrachen, diesmal mit noch zwei Kommilitoninnen mehr, Tanja und Michaela, die schon vorgestern angekommen sind.

Hier wurden wir dann feierlich unserem Ansprechpartner Kamochisan vorgestellt, der mit uns dann direkt zu unserer Ansprechpartnerin fuer Japanisch Takedasan trabte, was irgendwie ziemlich peinlich war. Egal, jetzt sitzen wir vier hier, tippen um die Wette (alle Computer laufen auf Saikosans account Namen, weil wir ja noch keinen eigenen haben) und realisieren wohl so langsam alle, dass wir endlich in Japan angekommen sind. (Immerhin sitzen hier viele japanische Leute um uns herum, vielleicht sind wir auch in Düsseldorf 😉 )

Gleich gehts dann  noch ab in den Hundert Yen Shop und was essen, obwohl wir eigentlich schon wieder genug Kohle ausgegeben haben fuer heute ^^

Nagut, ich mach jetzt erstmal Schluss, Fotos liefer ich natuerlich nach.

Liebe Gruesse, Nina

20.09.06 Erste Nacht im neuen Zimmer

Mensch sind wir gestern gelatscht… Nachdem wir an der Uni im Internet waren sind Simone und ich schnell zum Shimizu Mansion zurück, unserem neuen Zuhause, haben einmal nachgeguckt, was uns so alles von unseren Freundinnen hiergelassen wurde und sind dann auf in die Soka Innenstadt. Ist zwar ein kleines Stückchen, aber man kann es eigentlich gut laufen, wir finden sicher noch den schnellsten Weg dorthin.

Dort waren wir dann etwas essen und haben unseren Hausstand im Hundert Yen Laden eingekauft. Ok, auch wenn alles nur 100 Yen (70 cent) kostet sind so viele Sachen dann doch teuer. Aber Simone und ich teilen uns ja alles, also wars dann doch in Ordnung. Dann wieder zurück zum Mansion, unsere Füße wollten gar nicht mehr, aber wir mußten trotzdem nochmal los zu zwei Supermärkten. Der eine, der auch weiter weg ist hatte leider nicht alles, schade, aber dafür ist er ziemlich günstig. Und in dem anderen gab es dann so ziemlich alles, wow ich war begeistert, wieviel Gemüse es dort gibt (die Preise habe ich mir lieber noch nicht angeguckt…)

Es gibt so einige neue Dinge für mich, die ich hier erstmal lernen muß, das Leben hier ist doch ganz schön anders als zum Beispiel irgendwo in einem Ryokan nur zu übernachten. Zum Beispiel kann man sich im Supermarkt Flaschen kaufen ( 2 oder 4 liter), die man dann kostenlos jeden Tag mit Wasser auffüllen lassen kann. Da das normale Leitungswasser gechlort wird ist das ziemlich wichtig.

Und dann war ich gestern noch duschen, für heißes Wasser muss man einen kleinen Hebel umlegen und fünf Minuten warten. Hätte Tanja mir das nicht gesagt wäre ich wohl unter der kalten Dusche verzweifelt.

Dann hab ich noch den Rest des Abends versucht Wireless lan abzuzapfen, dafür muß ich in das Treppenhaus des Mansion gehen und einfach nach ungesicherten Sachen suchen.  Naja, vielleicht teilen wir uns bald das internet mit unseren Nachbarn, die sind schon ein Semester hier und haben sich nach langen Bearbeitungszeiten endlich mal internet gegönnt.

Ich habe auch ziemlich lange durchgehalten, um halb eins wurde ich glaub ich müde und hab mich dann hingelegt. Auf einmal wurd ich in der Nacht wach, weil es in meinem Zimmer einfach so warm wurde, ich guckte auf die Uhr…. Na super, halb zwei, grade mal eine Stunde geschlafen und natürlich konnte ich nicht wieder einpennen, da mir tausend Sachen durch den Kopf gingen. Ich also dann doch um halb 3 nochmal raus ins Treppenhaus und geguckt ob irgendwer online war, zum Glück habe ich Kait (Anikas Freund) getroffen, der mir erstmal gut zugeredet hat. Ich war sicher echt nur total übermüdet aber trotzdem aufgekratzt.

Naja dann konnte ich um 4 doch endlich einschlafen, dank Klimaanlage (ich hasse es eigentlich bei sowas einzuschlafen, aber es war einfach zu heiß).

Nur leider war Simone San schon ziemlich früh wach und dachte wir hätten verschlafen ^^ hihi aber ist nicht schlimm, ich steh gerne früh auf.
Jetzt werden wir beide erstmal frühstücken und uns dann unser Orientierungsbespaßungsprogramm auf uns wirken lassen. Hoffentlich geht es nicht so lang und wir können noch nach Tokyo fahren, ich will nach Akihabara und meine Videokamera ^^

Ich habe übrigens ein paar Fotos hochgeladen, ich hoffe ihr findet den Link dazu irgendwo hier auf der Seite ^^. Mein Akku ist nämlich gleich leer…

20.09.06 Marathon durch halb Japan

Soooo, wie fange ich jetzt an? Also ich sitze hier gerade das erste Mal an meinem Schreibtisch und schreibe den Blogbericht offline, online komm ich ja eh nicht dazu, ich musste grade erstmal gaaaanz viele Emails beantworten, vielen vielen Dank, ich freu mich da total drüber! Also schreibt mir immer schön weiter. Und heute kam noch was tolles an. Ich hatte das erste Mal Post im Briefkasten und das schon am zweiten Tag! Miriam hat mir wohlwissend eine Postkarte aus Holland geschrieben, juchuuu, da ich endlich Tesafilm habe werde ich auch diese Karte bald an meiner Schranktür verewigen. (Wo bald natürlich auch ganz viele Fotos hängen werden).

Jetzt aber mal zu meinem Tag. Wir sind also heute zur Uni gegangen wo eine ziemlich langweilige Orientierung stattfand, im Grunde genommen hat er alles das erzählt was eh schon in unserer Broschüre drinstand. Naja, egal, so haben wir immerhin mal die anderen Studenten kennengelernt. Da wären also erstmal wir vier Mädels aus Duisburg (eine weitere wird noch Sonntag folgen), dann noch ein Mädchen von der Uni Marburg, ein Freund von ihr kommt morgen oder so an. Dann noch drei Koreanerinnen, die beiden Mädchen davon sind ziemlich nett und ich habe zuerst gedacht das wären Japaner weil die so perfekt japanisch sprechen (dafür hatten die kein englisch in der Schule, ha!). Dann noch ein Australier, ein Chinese und ein Amerikaner, der aber noch gar kein Japanisch spricht. Wir fragen uns so langsam wirklich ob sie wegen dem noch einen Idiotenkurs aufmachen oder ob da doch noch Plätze für uns freigehalten werden 😉

Im International Center habe ich mich erstmal schlapp gelacht, da lächelt mich doch glatt ein Kommilitone aus Duisburg an, Jan. Er ist abgebildet auf einem Poster, das Werbung für die Uni macht. Jenny und Petra, die beide schon ein Semester hier studieren und jetzt noch ein weiteres hier bleiben haben erzählt, dass haufenweise Japanerinnen dieses Poster anhimmeln. Jenny hat sich schon überlegt seine Nummer für viel Geld zu verkaufen ^^

Das Bild gibt’s übrigens auf der Fotoseite, für alle die Probleme damit haben, da kommt man über meine normale Startseite rein.  Wer den Zugang nicht findet, einfach auf www.conina.de gehen, da hab ich jetzt den schwarzen Bazz Maru mit dieser Seite verlinkt anstatt der vom Blog. Den Blog (oder heißt es das? Egal, ist schon ziemlich spät hier) findet man ja auch über diese Seite.

Nagut, wir waren also dann noch in der Mensa, die zwar ziemlich groß ist, aber sie soll auch während der ersten Wochen ziemlich voll sein, immerhin gibt es hier eine einheitliche Mittagspause von 12 bis 13 Uhr. Aber das Essen war lecker und sehr günstig.

Daraufhin gingen wir nach einem laaangen Umweg und einer unnützen Bahnfahrt (immerhin hat die 140 Yen = öööhm circa 1 Euro gekostet) weiter zur Soka City Hall wo wir langweiliges Zeug für die Alien registration Card machen mussten. Die können wir dann in knapp drei Wochen da abholen und uns dann lustige Sachen machen wie Handyverträge oder Bankaccounts, die eh keiner braucht ^^

Endlich konnten wir vier uns auf den Weg nach Akihabara begeben, immerhin wollte ich eine Videokamera und Tanja und Simone wollten sich Digitalkameras zulegen. Naja, lange Rede kurzer Sinn, Akihabara ist einfach zu groß, wir waren in viel zu vielen Geschäften, nur Simone wurde fündig, alles andere war einfach viiiel zu teuer. Aber unsere Füsse schmerzten wirklich sehr.

Die Bahnfahrt war dann auch nicht so spannend, war leider nur etwas voll, aber damit muss man um die Zeit rechnen.

Endlich zu Hause (nach einem wirklich lang wirkenden Lauf von der Soka Station bis zum Shimizu Mansion) angekommen ging ich sofort ins Internet, wo wie schon erwähnt die ganzen Mails auf mich warteten. Dann noch ein wenig geskyped mit meinem Papa und meinem Bruder und dann noch mit Anika und auch Miriam hat mich per Telefon erreicht. Irgendwie schon cool, dass das alles übers Internet so gut läuft. Hätte ich jetzt noch eine dauerhafte Verbindung wär alles besser ^^ aber ich will mich nicht beschweren, immerhin läuft es so.

Dann habe ich mich noch mit Petra und Jenny über die Tokyo Game Show am Wochenende geredet, wo ich und Simone auch noch hinwollen. Die Tickets dafür muss man sich im Convini (Convenience Store, kleiner Laden um die Ecke, hat viel und ist meistens 24 h geöffnet) an einem Automaten ziehen. Also sind Petra und ich losgedüst und haben noch schnell das Ticket gezogen. Und zwar sind wir Fahrrad gefahren, juchuuu, das erste Mal den Linksverkehr so richtig erleben! Das hatte schon was, ich hoffe ich kriege auch schnell ein Fahrrad, das macht wirklich viiiel mehr Spaß als die ganze Lauferei.

So, das wars jetzt aber erstmal, das war schon wieder viel zu viel, morgen geht’s weiter!

Liebe Grüße und schreibt mir bitte ^o^ Nina

Ps.: Simone hat grad noch Fotos von unserer Aussicht gemacht, ich hab einfach mal ein paar online gestellt, sind alle noch nicht so toll, aber dafür kamen sie von ner neuen Kamera ^^

22.09.06 Zwei erlebnisreiche Tage

Da ich gestern gar nicht zum Schreiben gekommen bin, muss ich das heute erstmal schnell nachholen. Hier passiert nämlich grade sooo viel, dass ich mir das gar nicht leisten kann so lange rumzutrödeln.

Gestern mussten wir ziemlich früh aufstehen, weil wir uns um 9 Uhr schon am Bahnhof mit den anderen Austauschstudenten und unserem Koordinator Kamochi verabredet waren. Wenigstens konnte ich die Nacht davor halbwegs schlafen.

Dann ging es mal wieder auf nach Tokyo, nach Suidobashi, das ist ziemlich mittendrin. Wir mussten wieder denselben Weg über Akihabara fahren und dann dort umsteigen. Ich glaube irgendwann erklär ich noch mal das Bahnfahren, aber ich habe das mittlerweile schon so oft in den letzten Tagen erklärt, also lass ich das erstmal.

Heute sollte also der medical Check sein. Das ganze lief in etwa so ab wie circle Training. Wir haben alle ein Klemmbrett gekriegt mit Zetteln zum Ausfüllen. Auf dem ersten mussten wir circa 40 Fragen selber ausfüllen in der Art von: Leiden sie unter ständigen Depressionen, haben sie oft Nasenbluten, usw. Das Problem war nur, dass viele Fragen schwer zu beantworten waren, z.B. sind sie gerade müde, haben sie Hunger. Najaaaa, was soll man schon darauf antworten, natürlich bin ich gerade müde, immerhin sind das 7 Stunden Zeitunterschied. Einige sind auch vorgestern erst angereist, was sollen die denn sagen? Die hatten fast noch gar nicht geschlafen.

Nunja, danach gab es dann ein paar normale Untersuchungen. Erstmal röntgen, dann in einen Becher pinkeln, dann Blutdruck messen und messen und wiegen. Danach wurden wir in ein Zimmer gebracht wo ein EKG gemacht wurde, aber die haben die Klemmen an ziemlich lustige Stellen gesetzt. Bei mir musste übrigens ziemlich oft Blutdruck gemessen werden, weil der auf einmal immer höher wurde. Als ich dann am Ende Entspannungsübungen mit der Frau gemacht habe (das sah wohl ziemlich lustig aus) und der Druck trotzdem immer noch anstieg haben wir das dann gelassen und die Frau hat mir meinen ersten Wert aufgeschrieben. Bei jeder Station gab’s dann einen Stempel und eine Unterschrift und erst als wir alles abgestempelt hatten durften wir den Kram abgeben.

Nach dieser ganzen Rennerei hatten wir dann endlich Freigang. Wir entschieden uns nach Shinjuku zu fahren, wenn wir schon so in der Nähe waren konnten wir uns auch mal ans andere Ende von Tokyo begeben.

In Shinjuku ist die größte Schwierigkeit den richtigen Ausgang zu finden. Immerhin ist Shinjuku der größte Bahnhof Japans und dort pendeln mehr als zwei Millionen Menschen pro Tag. Dort gibt es viele verschiedene Bahnlinien und man muss ziemlich viel laufen. Das erste was wir vorhatten war erstmal was zu essen. Wir fanden also einen ziemlich günstigen Udon und Soba Laden (japanische Nudelsorten, die man in einer Suppe oder auch kalt isst), Bilder lade ich in mein Fotoalbum. Ich hoffe das finden jetzt mittlerweile alle, einfach auf der Startseite am rechten Rand gucken, da kann man dann die verschiedenen Alben auswählen. Wenn man auf ein Foto klickt beginnt die Bildershow.

Es war ziemlich lecker dort, aber mal wieder viel zu viel. Wenigstens konnte man sich so viel Wasser nehmen wie man wollte, denn es war schon wieder sooo dermaßen heiß draußen, so viel kann man gar nicht trinken!

Danach hab ich den drei Mädels das Rathaus von Tokyo gezeigt. Es hat zwei Türme und man kann auf beide hochfahren in den 45. Stock und hat dort kostenlos eine der besten Aussichten über die ganze Stadt. Natürlich haben wir viele viele Fotos gemacht (ok, ich nicht ganz so viele, ich war immerhin schon zweimal oben) aber ich stelle Simones natürlich auch online. (Nachdem ich ein paar raussortiert habe, das sind nämlich WIRKLICH viele ^o^)

Unsere Füße taten zwar schon wieder unglaublich weh, aber wir mussten natürlich noch ein wenig durch Shinjuku laufen.

Endlich zu Hause angekommen war ich sooo kaputt, dass ich mich erstmal für ne halbe Stunde hingelegt hab. Dann waren wir wieder in dem Supermarkt (natürlich nach sieben, dann gibt’s das reduzierte Obst) und haben danach in unserer Wohnung gemütlich warmen Kakao getrunken (wir wissen endlich wie der Gasherd funktioniert). Öhm ja, danach hab ich glaub ich nur noch gechattet und mit Mariella über Skype gequatscht.

Ich war gestern wirklich müde, aber in meinem Zimmer waren zwei verdammte Mücken, die mich nicht schlafen lassen wollten. Eine habe ich ziemlich schnell erwischt, aber die andere konnte mich stechen und ist dann gar nicht mehr aufgetaucht, so ein Mist. Da konnte ich also schon wieder nicht schlafen.

So, jetzt aber endlich zu heute… Ich hoffe es haben noch nicht alle aufgegeben den Blog zu lesen ^^. Heute morgen gab es als erstes etwas ganz ganz übles. Ich sortierte ein wenig de ganzen Tüten, die uns von den andern vermacht wurden als ich eine aufhob und auf einmal etwas darunter lag. Ich sprang sofort auf, lief zu Simone, weil ich dachte das wäre irgendwas Insekten-artiges, jedoch stellte sich heraus, dass es eine kleine tote Eidechse war *schnüff*  Irgendwie muss die da wohl reingekommen sein… Oder aber sie klebte einfach schon an einer Tüte dran *wähwäh* Themawechsel!

An der Uni hatten wir dann unseren Einstufungstest. Der war ziemlich hart. Die ersten vier Seiten gingen noch so irgendwie mit viel Raten und einiges konnte ich sogar noch aus meinem Hirn ausgraben. Danach zog das Level aber so an, dass ich nur noch ein paar Sachen wild angekreuzt hab und dann abgab.

Nach der Mittagspause in der Mensa ging dann die große Campustour los, wie ich das hasse, das ist immer das gleiche, egal ob in Deutschland oder hier, und ich hab das ja auch alles schon zweimal mitmachen müssen. Internetkennung, Bibliothek und Co, na ja, wer noch nicht wusste wie man ein Fenster des Internet Explorers schließt, dem konnte heute geholfen werden. Puh, aber auch das ging irgendwann endlich zu Ende und jetzt standen uns die Ergebnisse des Tests bevor. Im Endeffekt bin ich in der Mittelklasse gelandet, nur leider kam Simone in die Anfängerklasse, das ist echt sooo mies, Simone hat immerhin auch schon jede Menge Basiswissen, wahrscheinlich hat sie einfach nur nicht so gut geraten wie ich. Aber jetzt muss sie wirklich mit Leuten studieren, die die Sprache noch gar nicht können, das kann’s doch auch nicht sein. Naja *seufz* da kann man wohl erstmal nix machen, wir mutmaßen ja noch, dass Simone vielleicht hochgestuft werden kann, immerhin ist sie wirklich besser als all die anderen Leute dort.

Nach der Uni mussten wir uns dann glücklich kaufen im 100 Yen Shop daneben, ziemlich große Auswahl, sogar drei Pricura Automaten (Bilder kleben demnächst auf irgendwelchen Postkarten oder so) und jede Menge Schmu…. Simone und ich konnten uns wenigstens noch halbwegs zügeln.

Als ich dann im Internet war konnte ich auch endlich mal in aller Ruhe mit Daniel telefonieren. Bei ihm klappt zwar Skype noch nicht so ganz, aber das wird schon. Zum Glück hab ich ja noch meine normale Telefonnummer. Und danach konnte ich dann auch noch mit Papa telefonieren.

Grade war ich dann mit Petra (unserer Nachbarin) bei Saizeria einer Pizzeria um die Ecke. Ok, die Pizzen sind klein und die meisten sind seltsam belegt, aber es gibt Wasser umsonst und eigentlich war die Mozzarella Pizza auch ganz lecker. Nun gut, ich glaube ich mache einfach noch mal ein paar Bilder von unserem Zimmer und stell die online.

Macht’s alle gut, schreibt mir ganz viel, morgen geht’s auf die Tokyo Game Show, juhuuuu!

23.09.06 Tokyo Game Show

Oh man, sieben Uhr aufstehen heute war schon sehr hart, aber wir hatten ja auch jede Menge vor! Um punkt acht stiefelten wir los zum Bahnhof um diesmal in die andere Richtung zu fahren. Das ist ziemlich praktisch, dass die Züge dort nur in zwei Richtungen fahren, da kann man nix falsch machen, außer man erwischt die Bummelbahn anstatt des Expresszugs. Wir mussten irgendwo umsteigen und dort trafen wir auch noch Nils und Helge, noch zwei Leute aus meinem Semester. Mit der JR Linie gings dann weiter bis zu der Haltestelle wo es jetzt in Japan ein Ikea gibt! Das war auf der Rückfahrt ziemlich witzig, da stiegen die Leute alle mit Ikea Tüten ein. Nunja von da aus war es nicht mehr weit bis zur Matsuhari Messe, wo heute und morgen die Tokyo Game Show (kurz TGS) für Besucher geöffnet ist.

Naja, was soll ich sagen, es waren viele viele Leute da, die Schlange war ellenlang und ging um mehrere hundert Ecken (am Anfang dachten wir noch wir wären ziemlich weit vorne…) aber wir kamen trotzdem ziemlich schnell rein. Ich beschreib jetzt nicht alles was wir gesehen haben, irgendwie war es wirklich eine Reizüberflutung, im großen und ganzen kann man auch alles auf den Bildern sehen. ES WAR TOLL!! Die Messe war zwar nicht so groß, aber dafür gab es jede Menge Krams. Nur leider war Nintendo mit seinem WII nicht wirklich vertreten, schade schade. Nur ganz am Anfang gab es eine Vorführung damit. Cosplay gab es immer zwischen den verschiedenen Messehallen, das sieht man aber auch auf den Fotos ^^

Der Playstation 3 Stand war natürlich sowas von überfüllt und man durfte auch keine Bilder oder Videos machen. Simone hat aber ein klein wenig gefilmt, ich weiß noch nicht ganz genau, wie ich das online kriege, wenn Ihr Tipps habt sagt mal Bescheid (hab auch schon einen Youtube Account, aber ich weiß nicht ob das ganze so legal ist…)
Öhm ja, irgendwie bin ich immer noch baff… Ich glaub ich leg mich gleich mal aufs Bett und guck mir die ganzen Broschüren an, da sind schon einige tolle Stücke dabei.

Am meisten getroffen hat mich, dass ich keinen Chocobo Fächer gekriegt habe… Schnüff!! Am Anfang mußte man einfach nur ein DS Spiel (natürlich mit Chocobo) spielen um so ein Ding zu kriegen. Als wir uns dann anstellten hat nur noch der Gewinner eins bekommen. Am Anfang dachte ich noch, dass ich Chancen hätte, aber leider hat auch eine Japanerin mitgespielt, die dann letztendlich haushoch gewonnen hat *schnüffschnüff* also kein Chocobo Fächer für mich, nur ganz viel anderer Kram.

Aber toll war, dass es am Ende noch einen kleinen Stand zum Eragon Film gab, ich habe ja das Buch gelesen und bin davon schon sehr begeistert und der Film kommt im Dezember in Japan raus. Das wird sicher toll!!

Öhm ja, das wars glaub ich auch erstmal, alles andere kommt dann morgen oder so ^^  Machts gut, Nina

24.09.06 Harajuku mit Elli

Heute haben wir uns erstmal versucht auszuschlafen, aber irgendwie wird man hier immer ziemlich früh wach, da die Sonne prall ins Zimmer scheint und es auch trotz Vorhänge ziemlich warm wird. Um eins sind wir dann losgefahren um uns um zwei mit Elli in Harajuku zu treffen. Wir haben zwar etwas länger gebraucht weil wir uns an keinem speziellen Ausgang verabredet hatten (das sollte man in Japan, immer, ich wiederhole, IMMER machen ^^) aber das Wiedersehen war soooo toll! Wir haben Elli ja jetzt gut ein halbes Jahr nicht gesehen, sie hat das Auslandssemester schon Ende März angefangen und wir konnten bis jetzt immer nur Skypen. Zur Begrüßung hab ich Elli erstmal eine Knabberkette (die bunten Dinger aus purem Zucker *grins*) geschenkt, über die sie sich dann auch gleich fleißig hergemacht hat.

Zu allererst sind wir über die Brücke in den Park gegangen, wo grade ein paar Leute dabei waren einen Schrein auf ihren Schultern zu tragen und dabei immer komische Sachen zu rufen. Die machen das hier wohl ab und zu ganz gerne ^^ sah aber auch ganz lustig aus, die Wechseln sich übrigens auch beim Tragen ab, das würd ja sonst auch keiner aushalten.

Als wir beim Schrein angekommen waren (vorher haben wir natürlich lustige Fotos gemacht!) wurden wir von drei Japanern interviewt, die eine Umfrage für ihren Englisch Konversationskurs machen wollten. Das war ziemlich lustig, vor allem weil Elli ihnen unbedingt die Knabberknette andrehen wollte. Sie haben sogar probiert, aber ich weiß nicht, ob es ihnen wirklich geschmeckt hat. Die Unterhaltung war aber auf jeden Fall sehr lustig.

Auf dem Weg zu irgendwas essbarem liefen wir dann wieder über die Brücke, wo Sonntags immer viele Cosplayer stehen. Cosplay ist sehr beliebt bei einigen Japanern (mitlerweile gibts das auch in Deutschland, das sieht aber nie gut aus meiner Meinung nach ^^). Man verkleidet sich (Costume play) als irgendeine Person aus einem Spiel oder einem Anime (jaaa ich weiß, wir hatten gestern schon solche Bilder von der Tokyo Gameshow aber ich habs da noch nicht erklärt), oder aber sie verkleiden sich nicht als irgendetwas spezielles sondern ziehen sich Kleider im Gothic Stil an oder sonstirgendwas aufwendiges 🙂

Dann trafen wir noch einmal eine Schreinparade, leider hatte ich grade nicht den Fotoapparat gezückt, aber ich vermute dass es die gleiche war wie beim ersten Mal.

Nach einem leckeren Essen, was wir Elli übrigens ausgaben (die arme hat leider nicht so viel Geld, weil das Bafög Amt gemein zu ihr war) machten wir uns jetzt auf Shopping Tour zur Takeshita Dori auf. Das ist eine ziemlich berühmte Einkaufsstraße für Jugendliche. Sie liegt direkt am JR Bahnhof und es gibt dort viele Second Hand Laden und sonst alles was das Herz eines Jugendlichen begehrt. Wir waren in mehreren seltsamen Läden, wo die schrägsten Kostüme (unter anderem auch fürs Cosplay) verkauft wurden. Elli und Simone haben sich beide ein Lederhalsband zugelegt. Aber Elli wollte nicht im Partnerlook mit Simone rumlaufen, schade schade. Danach deckten wir uns nochmal im 100 Yen Laden ein (jaaa, ich brauchte diesmal echt noch einiges für die Uni) und naja dabei gab es dann ein glückliches Wiedersehen. Als ich grade meine Einkäufe einpackte hörte ich draußen eine bekannte Stimme bei Simone und Elli, meine Cousine Anika ( nochmal die Adresse zu ihrem Blog: http://anika.webshep.de/blog/ )wanderte auch grade durch Harajuku und wollte grade in den Shop rein. Wir haben uns ziemlich gefreut uns mal wiederzusehen, immerhin ist schon fast eine Woche vergangen und wir konnten uns leider noch nicht treffen weil wir immer so viel zu tun hatten. Naja, schönschön! :o)

Dann machten Simone und ich uns auf den Heimweg, aber es war ein toller Tag mit Elli und wir werden sie ja am Dienstag wiedersehen *freudefreude*

26.09.06 Erste Unitage

Soo, mittlerweile ist zwar schon wieder ein Tag vergangen, aber ich hatte gestern mal keine Lust zu schreiben.

Also gestern hatten wir das erste Mal unseren Sprachkurs. Irgendwie war es doch schon ein wenig langweilig, aber unsere Lehrer sind sehr nett, die können da nichts für, es steht eben so auf dem Lehrplan.

Simone hatte in Ihrem Unterkurs natürlich gar nichs zu tun, dazu aber dann später mehr.

Wir hatten gestern zum Glück nur zwei Stunden, jedoch wurde danach eine Party für uns veranstaltet. Leider wußte nur keiner wirklich wo die stattfinden sollte, bis dass wir dann Leute aus anderen Kursen trafen die darüber Bescheid wußten. Wir wurden also quasi in einen Raum voller Japaner geschubst, wo ziemlich viel Essen aufgetischt wurde und standen dann zunächst erstmal dumm rum.

Dann wurden einige Willkommensreden gehalten und dann mußten wir uns nach Schema F selbst vor der ganzen Menge vorstellen. Zum Glück hatten wir das alles schnell hinter uns gebracht und außerdem hatten wir das ganze ja in den letzten Tagen schon tausendmal geübt.

Dann konnten wir uns endlich auf das Essen stürzen und die Uni hatte wirklich viel aufgefahren:  riesige Sushi Platten, Onigiri (kleine Reisbällchen, die die Japaner vergleichsweise als Butterbrot essen), sogar Pizza war dabei und natürlich jede Menge zu Trinken.

Das Problem an der Party war nur, dass irgendwie nicht soo viele Japaner auf uns zukamen, die hatten auch eigentlich gar keine Zeit, weil nach ner halben Stunde etwa der Unterricht schon wieder anfing. Das war ja eigentlich nur für die Mittagspause, also viel zu kurz.

Eigentlich war das auch ganz gut, dass die Party so schnell vorbei war, wir haben dann nämlich noch zwei Pizzen als Geschenk gekriegt und konnten dann nach Hause stiefeln. Ich hab vorher noch meinen Semesterbeitrag gezahlt, dann hatte ich das auch endlich hinter mir.

Zu Hause haben wir uns dann erstmal eine Ruhepause gegönnt. Man kann hier wirklich immer sehr gut einschlafen, das find ich toll! Immerhin konnte ich in Deutschland nie so gut schlafen.

Um vier Uhr sind wir dann los, weil wir noch in den 100 Yen Shop wollten (für Karteikarten, natürlich ist es nicht nur dabei geblieben) und weil wir uns danach noch mit Saiko getroffen haben. Mit ihr zusammen macht es wirklich immer sehr viel Spaß und wir haben uns einfach in ein Kaffee in der Nähe vom Bahnhof gesetzt und zwei Stunden gequatscht. Das war ziemlich lustig!

Abends konnte ich dann noch ein wenig mit Daniel quatschen, das tat mal wieder gut, die Distanz ist schon ganz schön hart, ne? Aber zum Glück hab ich ja auch Simone und wir können über alles reden.

Heute morgen war das Aufstehen dann ziemlich hart, vor allem weil wir wußten, dass diesmal nicht die letzte Stunde ausfallen würde. Wir hatten bei einer neuen Lehrerin Unterricht, die auch sehr nett war, nur wär ich heute wirklich fast eingeschlafen. Während der Mittagspause waren wir dann im 99 Yen Laden (kyukyu ^^)!! Na, das ist doch mal ne Abwechslung, oder? Mal nicht 100 Yen! Der ist direkt neben der Uni und man kriegt auch einiges zu Essen, also perfekt um sich die Mensa-Anstehschlange zu sparen. Nach der Pause wollten wir dann wieder zurück in unser Klassenzimmer, aber irgendwie standen da schon 20 Japaner vor, die steif und fest behaupteten, dass sie da nun Unterricht hätten. Unsere Lehrerin klärte die Lage per Telefon und wir haben uns dann netterweise entschieden das Feld zu räumen und in den Nachbarraum zu ziehen. Schön, dass sowas nicht nur an deutschen Unis passiert!

Und jetzt kommt die tolle Neuigkeit….. Da Simone sich gestern schon sehr unterfordert gefühlt hat und die Lehrerin das heute wieder gemerkt hat hat sie mit der Koordinatorin gesprochen und Simone ist jetzt auch endlich in unserem Mittelkurs! Und dafür, dass sie das erst nach der Pause erfahren hat und dann direkt wechseln mußte hat sie sich auch sehr tapfer geschlagen. Wir konnten uns ja wenigstens etwas darauf vorbereiten. Ich find das toll, endlich sind wir zusammen in einer Klasse und wir lernen beide etwas (naja vielleicht, die anderen, die schon ein Semester hinter sich haben denken ja, dass der Unterricht nicht wikrlich viel bringt…)

Öhm ja, was soll ich noch erzählen, es hat dann seit 14.00 Uhr ungefähr nur noch durchgeregnet, weshalb wir dann vollkommen durchnässt um 15.00 Uhr vor der Mensa auf Elli gewartet haben, da diese sich ja mit Simone für den Kunstclub treffen wollte. Aber Elli kam und kam nicht, also sind wir um 20 nach triefnass nach Hause gewandert. Erstmal umgezogen dann noch ein wenig ausgeruht und tadaaa um kurz nach fünf klingelte es dann doch mal an der Tür und Elli stand dort mit einer Japanerin und hat erstmal für Trubel gesorgt. Naja, wir waren nicht allzu bester Laune, was Elli aber auch gemerkt hat.

Der Abend war aber trotzdem sehr nett, wir waren wieder Kaiten Sushi essen (Sushi am Fließband ^^) und konnten jede Menge quatschen. Jetzt grade mußten wir Elli nur leider rausschmeißen weil sie sonst keine Bahn mehr gekriegt hätte. Außerdem wollten wir noch ein wenig lernen und im internet surfen.

Mal schaun was der morgige Tag so bringt!

27.09.06 Karaoke!

So, heute kein langweiliger Unialltag oder so, endlich kommen wir mal zu was ganz tollem! KARAOKE!!! Ich liebe es einfach, es macht sooo viel Spaß! Ich hatte mir mit Jenny und Petra (die beiden, die schon länger hier sind) fest vorgenommen, dass wir bald zum Karaoke gehen und da Jenny morgen und übermorgen arbeiten muß kam ja nur heute nach der Uni in Frage!

In Japan ist das so mit Karaoke: man zahlt unter der Woche sowieso weniger und dann ist der Tag nochmal unterteilt von bis 19.00 Uhr und ab 19.00 wo man dann ungefähr das vierfache zahlt.  Also sind wir natürlich schon um 17.00 Uhr dorthingegangen um noch zwei Stunden günstig singen zu können. Am Besten fand ich, dass die beiden Koreanerinnen auch mitwollten, die sind nämlich beide total nett und soooo süß. Das sind beste Freundinnen, die hängen auch immer zusammen, aber die gehen sofort auf einen zu und haben uns allen auch schon was geschenkt (nagut, nur einen Kulli, aber den kann man hier auch gut gebrauchen).

Jenny führte uns also zu dem besten Karaokeschuppen hier in Soka, direkt am Bahnhof. Eine halbe Stunde kostet dort vor 19.00 Uhr 45 Yen (also ungefähr 30 cent) und man muß ein Getränk kaufen. Die sind aber auch nicht so teuer und zwischendurch muß man ja eh mal was trinken.

Ihr stellt Euch sicher unter Karaoke nur die Karaoke Bars vor aber in Japan läuft das seit einigen Jahren etwas anders. Natürlich gibts auch Bars wo man vor dem ganzen Publikum singen kann, aber das ist eher seltener geworden. Normal ist, dass es große Karaoke Gebäude gibt, mit mehreren Stöcken und ganz vielen kleinen Zimmern, wo man unter sich singen kann. Die Räume gibts in verschiedenen Größen und auch Ausführungen (Hello Kitty Zimmer zum Beispiel) und es gibt anscheinend auch Räume mit älteren und neueren Liedern. Außerdem ist jeder Raum toll ausgestattet mit eigener Lichtanlage und anderem Krimskrams und auf Wunsch kann man sich noch Tambourine und Rumbarasseln ausleihen.

Die Singerei war natürlich toll wie immer, es macht einfach einen Riesenspaß wenn alle singen und nicht darauf achten, ob das jetzt sooo genau gesungen ist oder nicht. Zwei chinesische Jungs waren auch dabei, die haben wirklich geniale japanische Lieder gesungen mit irgendwelchen eingeworfenen englischen Wörtern alla Arriba und Matador. Außerdem waren noch Jenny und Petra als alte Karaoke Hasen dabei (die beiden gehen einmal pro Woche singen). Uuuuund natürlich die Koreanerinnen. Mit der einen bin ich heute von der Uni nach Hause gelaufen und wir haben uns toll auf japanisch verständigen können. Sie meinte, dass sie ja gar nicht singen könnte, aber ihre Freundin sooo super wäre. Najaaa und dann sang sie das erste Lied und ich dachte mir nur so: wow, die muss wohl schon in Korea ziemlich geübt haben und sie hat sowieso eine tolle Stimme… Und dann sang ihre Freundin und sie begleitete sie mit dem zweiten Mikro dann noch zweistimmig mit. Spontan, zu jedem Lied!! Und sie kann nicht singen oder was?!? Egal, hauptsache wir hatten alle Spaß!

Toll war auch die Aktion als ich ein paar Mini Gummibären Tüten auspackte und vor die Koreanerinnen legte. Natürlich waren sie auch darauf vorbereitet und verteilten jetzt erstmal ihre Gastgeschenke, die sie aus einer riesigen Tüte zauberten. Kleine Handygebömmel aus Korea, ziemlich süß! Dann mußte ich natürlich noch einen drauflegen und packte die Brausebrocken aus. Die Koreanerinnen fanden dass sie ziemlich gut rochen, aber als die eine dann den ganzen Brocken in den Mund steckte bemerkte sie erstmal die Wirkung von Brause, hehe. Das war ziemlich lustig, vor allem weil sie danach alle anderen Asiaten überredete die Brause auch komplett in den Mund zu stecken.

Nagut, irgendwie hab ich schon wieder viel zu viel geschrieben. Das sollte eigentlich ein ganz kurzer Eintrag werden, verdammt. Egal, also ich hoffe ihr merkt, wieviel Spaß ich heute hatte. Ich werde auf jeden Fall noch gaaaanz oft Karaoke machen und ich hoffe, dass Simone auch mal mitkommen möchte. Mata ne (Bis bald) Nina

29.09.06  Willkommen im Einkaufsland

Sooo, es ist Freitag nacht, oder Samstag morgen und ich sollte nochmal schnell was in den Blog schreiben, jetzt da ich schon Fotos hochgeladen hab.

Also ein paar der Fotos haben wir gestern hier in Soka in dem riesigen Tokyu Einkaufshaus gemacht, McDonalds ist hier wirklich klasse, der Ebiburger (Krabben) schmeckt sogar mir, obwohl ich gar keine Krabben in Deutschland anfaß und es gibt auch noch andere tolle Sachen, wie zum Beispiel all die 1 Euro Sachen hier für 68 cent. Naja, aber wir werden uns trotzdem nicht jeden Tag davon ernähren, immerhin gibts hier auch genug andere tolle und vor allem gesündere Sachen.

Heute haben wir uns nach der ersten Woche Unterricht mal wieder eine kleine Shoppingtour gegönnt. Nagut, wir haben uns ja auch im Endeffekt nicht viel gekauft… Erstmal haben wir aber alle zusammen unsere Miete für den ersten Monat hier bezahlt. Wir sind also eigenständig mit unseren kleinen Mietheftchen nach Polus gewandert und haben da brav das Geld abgegeben. War ein ziemliches durcheinander, immerhin waren wir zu fünft und zuerst hatte es niemand passend.

Danach sind wir dann nach Ueno gefahren, sobald man das System mit den Bahnen kapiert hat ist das nämlich ziemlich einfach, wenn man nicht den Express nimmt fährt die Bahn nämlich bis dahin durch.

Wie man unschwer auf den Bildern erkennen kann waren wir dann natürlich zuerstmal eine Stunde lang in meinem Lieblingsspielzeug Laden auf der ganzen Welt. Ich wollte mir ja eigentlich ein neues Portemaine (ich weiß nicht wie man das schreibt, aber Geldbörse hört sich doof an…) zulegen, aber das von Hello Kitty war zu teuer und das von Monokuro Boo einfach viel zu winzig. Naja, einfach morgen nochmal schauen.

Dann sind wir einfach noch durch die Straßen von Ueno getingelt. Achja Simone hat sich ungefähr die süßeste Tasche auf der ganzenWelt gekauft und ich denk mir die ganze Zeit nur, verdammt, warum hast Du nicht auch zugeschlagen, aber das wär ja auch doof gewesen wegen Partnerlook, aber Simone sagt, sie fänd das nicht schlimm…. Najaaa ein ewiger Konflikt eben. Aber sonst haben wir uns wirklich nichts geholt, wir haben nur ein paar Puricura gemacht, haben in dem japanischen Fastfood Laden Yoshinoya lecker gegessen und ein paar Trockentücher für die Wohnung gekauft.

Zurück im Shimizu mußten wir dann erstmal Tanjas Laptop reparieren und ich habe Jenny eine halbe Stunde lang mit ihren Eltern telefonieren lassen. Die sind grade in Spanien und sie hat selber keinen guten Empfang und versteht nie was. Dafür hat sie mir dann ganz viele tolle Sachen geschenkt. Ein Telefonbuch dickes Manga Magazin (das wo Nana drin ist, yeaaaah *g*) und eine Großpackung Pizzaman (das sind diese Hefeknödel, aber nicht mit was süßem gefüllt sondern eben mit Pizzakrams, aber sehr sehr lecker).

Dann hab ich grade noch eine dreiviertel Stunde lang mit Miriam gequatscht, das war auch mal wieder nötig und jetzt geh ich glaub ich endlich mal ins Bett. Immerhin ist es schon fast halb zwei uns morgen gehts mit Simone nach Ikebukuro, wo wir meine Cousine Anika treffen. Vielleicht find ich da ja endlich mal ein Portemaine (egal wie mans schreibt!). Liebe Grüße, Nina

Ps.: Der Text ist sicher ganz unsinnig und grammatikalisch falsch, aber ich bin einfach zu müde um Korrektur zu lesen, ich les übrigens nie Korrektur, für alle die irgendwelche Fehler entdecken ^^

03.10.06 Ikebukuro

Sooo, nach langer Zeit schreibe ich jetzt mal wieder was in den Blog, bevor ich noch alles vergesse. Aber wir hatten in den letzten Tagen auch einfach genug zu tun, da blieb keine Zeit dafür, gomen ne!

Samstag hatten wir uns um 13.00 Uhr mit Anika in Ikebukuro verabredet. Als Anika erst um viertel nach ankam und ich schon Sorgen hatte (immerhin ist Ikebukuro der zweitgrößte Bahnhof in Tokyo) meinte sie nur: „Es wäre ja jetzt sehr einfach von mir zu sagen, dass ich mich verlaufen hätte, aber ich bin einfach nur zu spät losgefahren.“ Das passiert hier übrigens sehr schnell in Japan, weil man nicht zu einer bestimmten Zeit losfahren muß, weil die meißten Bahnen eh alle im 3-5 Minuten Takt fahren.

In Ikebukuro war grade ein großes Stadtteilfest, das „Fukuro“ Matsuri. Ich glaube, dass ich das damals mit Miriam auch schon so halb mitgekriegt hab, aber Samstag haben wir uns das ganze noch näher angeguckt. Es gab viele viele Tänzergruppen auf der Straße, was teilweise ziemlich professionell aussah. Als erstes sind wir aber in meinen Lieblingsladen in Ikebukuro gegangen, meinen ersten Bic Camera Laden. Ich weiß noch genau, wie Miriam und ich ihn damals entdeckt haben und wieviele Stunden ich auch mit Daniel dort drin verbracht habe. Es ist einfach ein genialer Elektro Laden, der unter anderem dann auch noch Spielzeug verkauft (und eine Figürchen Abteilung besitzt!).  Am Ende des Tages habe ich mir bei Bic Camera dann noch etwas ganz besonderes gekauft…. Einen Reiskocher!! Jaaa, das ist jetzt zwar mittlerweile mein dritter (einer zu Hause, einer bei Daniel und einer jetzt hier) aber er hat sich schon gelohnt. In den letzten Tagen haben Simone und ich sooo viel Reis gegessen, total lecker! Ich schreibe darüber dann nochmal einen separaten Blogeintrag.

Danach waren wir dann bei Matsuya essen, wieder eine tolle Fastfoodkette, die ich auch jedes Mal wieder gerne nutze. Während des Essens konnten wir dann ganz viel mit Anika quatschen, was auch mal wieder sehr gut tat.

Vollgefuttert gings dann auf die andere Seite zum Sunshine City Center und nach Tokyo Hands, einem riesigen Kaufhaus in dem es jetzt sogar im 8. Stock lebende Tiere gibt (siehe das Bild: nekobukuro…) Nur mußte man um die Katzen sehen zu können 600 Yen (4 euro) Eintritt zahlen…

Auf der anderen Seite vom Bahnhof waren wir erstmal laaaange im Sanryo Store (dem Hello Kitty Laden). Es gibt dort wirklich alles!! Hello Kitty Mikrowelle, Wasserkocher, Reiskocher, alles!! Man kann sich jetzt seine ganze Wohnung damit einrichten.

Wir haben natürlich auch Puricuras gemacht, worüber sich Anika sehr gefreut hat, immerhin haben wir uns ziemlich beim Bemalen ausgetobt, weil wir so lange dafür Zeit hatten. Dann waren wir im Sunshine City Center, wo ich mir das erste mal den Mc Flurry mit Oreos drin gegönnt habe, lecker lecker! Das Sunshine Center ist ein 60 Stockwerke hohes Gebäude, in dem es auch unter anderem ein Aquarium, eine Aussichtsplattform und einen Freizeitpark gibt (ungelogen, irgendwo ist da so ein Eiscreme Freizeitpark drinversteckt, es soll da sogar eine Achterbahn geben!). Im Keller gibt es dann gaaaanz viele lustige Läden, wo man viel einkaufen kann. Wir haben uns dann aber etwas zurückgehalten und sind auch einigermaßen früh wieder nach Hause gedüst. Immerhin ging es ja am nächsten Tag zum Fuji… *siehe nächster Blog*

03.10.06 Fujitour

Sonntag morgen mußten wir um halb sieben aus dem Bett fallen, damit wir um sieben zur Dokkyo lostingeln konnten. Aber ich war so gut gelaunt, weil ich endlich Steffi mal wieder sehen konnte. Nach sechs Monaten wurd das wirklich mal wieder Zeit! Wir haben zwar ab und zu geskyped und Emails geschrieben, aber das ist ja wirklich nicht das gleiche…

Pünktlich waren dann auch Steffi, Jan (der von dem Poster *g*) und Elli bei uns um mit uns zum Campus zu latschen.  Dort warteten dann auch direkt zwei Luxusbusse auf die wir uns beliebig verteilen konnten. Steffi, Jan, Saiko, Simone und ich setzten uns dann natürlich, cool wie wir sind, in die letzte Reihe, damit auch so richtiges Klassenfahrt Feeling aufkommen konnte. Die Fahrt war wirklich lustig, auch wenn draußen ziemlich schlechtes Wetter war und es wirklich lange gedauert hat hatten wir trotzdem unseren Spaß. Das Problem war nur mal wieder, dass die japanische Lehrercrew uns irgendwie bespaßen wollte. Und zwar sollten wir erstmal wieder JIKO SHÔKAI machen, aaaahhh ich kann einfach nicht mehr, wenn ich das noch einmal in meinem Leben tun muss, dann aaaaargh…. Jiko Shôkai ist diese tolle Selbstvorstellung und der GANZE Bus mußte das machen. Es hat soo lange gedauert und es war mal wieder sowas von peinlich, weil wir uns eh alle schon kannten.

Kommen wir jetzt erstmal zum Hauptthema, dem Fuji. Ich muss ehrlich zugeben, dass es nicht so das tolle Gefühl war, als wir auf Gougoume (50% des Berges) waren. Irgendwie hätten wir auch überall anders sein können, denn man konnte seine Hand nicht vor Augen sehen. Und dazu hat es dann auch noch gegossen wie aus Kübeln. Aber das könnt ihr ja auch alles an den Bildern erkennen. Zum Glück waren unsere Reiseleiter etwas spontan und haben die eigentlich eingeplante freiverfügbare Zeit verkürzt, so dass wir direkt zum Essen gefahren sind. Es hätte sich sowieso nicht gelohnt und wir alle wollten nur zurück in unseren Bus. Das Essen war eine typische Spezialität der Region und sehr lecker. In Japan ist eigentlich die Hauptsache bei Reisen immer das Essen. Wenn man irgendwo in Japan im Urlaub war wird man bei der Rückkehr erstmal gefragt, ob man auch diese und jene Spezialität gegessen hat und natürlich auch ob man Kleinigkeiten mitgebracht hat. Japaner denken wirklich in den meisten Fällen erstmal ans Essen…

Das Restaurant lag an einem schönen See, auf dem man auch Boot fahren konnte und natürlich auch einen Blick auf den Fuji werfen konnte. Natürlich nur bei schönem Wetter. Auch hier haben wir aufgrund der vielen Wolen gar nichts sehen können.

Als nächste Station ging es dann spontan in eine Lava Höhle. Wir hatten im Bus vorher einen interessanten Film über den Fuji gesehen, in dem auch diese Lava Höhlen erklärt wurden. Sie entstanden als Lava abkühlte und zu Stein wurde, aber innendrin noch weiter Lava floss. Wir haben außerdem gelernt, dass es vor dem Fuji zwei andere Vulkane in der Gegend gab, die dann quasi bei erscheinen des Fuji von ihm „geschluckt wurden“ weil die Explosion (oder wie man das nennt, wenn ein Vulkan auf einmal auftaucht) so heftig war. Sehr interessant!

Die Höhle an sich war sehr schön, wir sind nur einfach zu schnell durchgerannt. Es war eine sooo typische japanische Touri Aktion. Wir haben Eintritt gezahlt und uns dann durch die Höhle geschoben. Es blieb noch nicht mals Zeit gescheite Fotos zu machen obwohl es da unten wirklich interessant war. Wieder aus der Höhle raus mußte natürlich noch das typisch japanische Gruppenfoto gemacht werden, natürlich auch bei strömenden Regen, da kennen die Japaner nix!

Als wir dann wieder im Bus waren und uns eigentlich schon damit abgefunden hatten, dass wir den Fuji nicht gesehen hatten, es aber trotzdem allein dadurch ein schöner Tag war, weil wir uns alle wiedergesehen haben trat der heilige Berg auf einmal in unser Blickfeld. Er erschien auf einmal auf der rechten Seite des Busses und natürlich waren sofort alle Leute im Bus auf der rechten Seite versammelt und am Staunen. Verzweifelte Versuche den Fuji beim Fahren zu fotografieren scheiterten sofort, weil dauernd Stromleitungen oder Häuser im Weg waren.

Aber japanische Busfahrer kennen solche Probleme natürlich zu Hauf, also steuerte der Fahrer den nächsten Parkplatz an, wo wir die große Fotopause machen konnten! Das war vielleicht klasse, wir hatten uns ja wirklich schon damit abgefunden ihn nicht zu sehen und dann stand er auf einmal in seiner vollen Pracht vor uns. Ich kann immer nur wieder betonen, was für ein tolles Gefühl das ist den Fuji zu sehen, ich weiß auch nicht genau warum, aber irgendwas heiliges muß der Berg wirklich an sich haben. Sonst würd man sich bei dem Anblick nicht so zufrieden fühlen. Und dass, obwohl eigentlich immer noch mieses Wetter war!

Total glücklich schliefen dann erstmal wieder die meisten auf der Rückfahrt ein, Steffi und ich waren mit die einzigen, die sich wachhalten konnten. Aber wir hatten uns ja auch wirklich viel zu erzählen. Nur dass die Reiseleitung uns wieder beschäftigen wollte hat etwas genervt. Die ganze Zeit lief ein Video von einem furchtbaren japanischen Komiker das eigentlich niemand sehen wollte (es schliefen ja auch alle!). Naja, aber wenigstens konnten wir der Frau das zweite Video davon ausreden.

Als wir dann nach einer laaangen laaaangen Fahrt (wir standen ziemlich lange im Stau) wieder zu Hause ankamen waren wir natürlich total platt… Aber Hauptsache wir hatten einen tollen Tag und dazu noch den Fuji gesehen!!

11.10.06

So, zweiter Versuch, ich bin etwas deprimiert, immerhin hab ich jetzt fast ne Stunde an dem Blog gesessen und nur weil die blöde Yahoo Seite mich noch mal nach meinem Passwort gefragt hat ist nun alles geschrieben futsch. *schnief* Und es ist doch eigentlich schon so spät. Egal, aber ich muss endlich mal wieder was veröffentlichen, also geht’s nu los:

Ich hab mich so lange nicht gemeldet, weil ich irgendwie nie fand, dass sonderlich viel passiert ist. Aber rückblickend muss ich sagen, dass sich doch so das ein oder andere angesammelt hat. Fangen wir einfach mal an. In der letzten Woche war ich insgesamt dreimal beim Karaoke, zweimal Sushi essen und hab mich wieder mit Elli und Steffi getroffen.

Dienstag nach dem ersten Test haben wir uns erstmal Karaoke gegönnt. Drei Stunden richtig viele Liedchen singen und ganz viel Spaß haben. Und als Belohnung haben wir dann auch noch alle den Test bestanden. Selbst wenn wir mal irgendwann einen Test nicht bestehen würden wäre das auch nicht so schlimm, ihr braucht Euch keine Sorgen machen ^^

Mittwoch war ich dann das erste Mal bei meiner Praktikumsfirma ABC. Es war wirklich toll da, ich hab mit Steffi quatschen können und habe meine baldigen Chef Herrn Kuhlmann und seine Frau kennen gelernt. Das Büro ist wirklich sehr klein, Steffi hat nicht übertrieben, aber ich glaube ich werde dort auch sehr viel Spaß haben ab Februar. Vielleicht kann ich ja genauso viel leisten wie Steffi (obwohl ich das bezweifel…)

Donnerstag und Freitag ging hier fast die Welt unter, ein Taifun streifte Tokyo und die Ausläufer machten sich in unglaublichen Regengüssen bemerkbar. Also wenn das nur die Ausläufer waren, ich will nicht selber einen Taifun erleben. Leider habe ich mir bei dem schlechten Wetter dann eine Blasenentzündung zugezogen, die bis jetzt immer noch nicht weg geht. Ich muss mal zum medical center und um Medizin bitten…

Es hat wirklich zwei Tage durchgeregnet und Schirme konnte man wegen des heftigen Windes dann auch vergessen. Die beiden Tage luden also wirklich zum zu Hause bleiben ein. Aber das ist auch mal ganz gemütlich, einfach mal nichts tun, Animes oder sonst was gucken und im Bett liegen.

Samstag haben wir uns dann mit Steffi und Jan zu einem weiteren Mal Karaoke getroffen. Das war ziemlich lustig, Jan kennt nämlich viele Lieder und es hat einfach Spaß gemacht. Der Laden in Matsubaradanchi (der andere Bahnhof in der Nähe) in dem wir jetzt waren ist meiner Meinung nach noch ein wenig besser als der in Soka an sich. Außerdem war es ziemlich günstig dort vor allem fürs Wochenende.

Als krönenden Abschluss des Tages waren wir dann noch lecker Sushi essen im Kaiten Sushi (Fließband) Restaurant gegenüber. Wir haben schon unsere Lieblinge, mal schaun ob wir bald noch mehr Sachen probieren werden. Der Schokokuchen als Nachtisch ist auf jeden Fall ein Muss für 70 cent. Süßigkeiten an sich schmecken hier meist nicht so toll aber dieser Kuchen ist genial. Steffi meinte, dass es auch Leute gäbe, die nur in den Suhshi Laden zum Kuchen essen gehen würden…

Sonntag fuhren Simone, Saiko und ich nach Shibuya und trafen dort Anika und Elli. Wir waren lecker essen, haben dann einen Flohmarkt an einem Minischrein in der Nähe besucht und haben dann noch mal Karaoke gemacht. Mit Saiko hat es sehr viel Spaß gemacht, weil sie als Japanerin natürlich auch viele japanische Songs singt ^^ Und Anika hatte auch viel Freude, immerhin war das ihr erstes Mal Karaoke. Und da ich früher schon immer viel mit ihr gesungen hab als wir klein waren haben die Duette noch mehr Spaß gemacht.

Nachher haben wir dann noch Puricuras gemacht und Crepe gegessen. Leider gings mir nicht so gut an dem Tag wegen der Blasenentzündung, daher konnten wir nicht so lange bleiben.

Montag war eigentlich ein Feiertag in ganz Japan. Ganz Japan? Nein, an unserer kleinen Uni haben sich die Leute entschlossen den freien Tag auf den Dienstag mit der tollen Begründung, dass die Lehrer schon viel zu oft Montags dieses Jahr frei gehabt hätten… Na super, wir durften also zur Uni während ganz Tokyo frei hatte. Elli und Anika haben dies mit einer ausführlichen gemeinsamen Shopping Tour gefeiert. Schön, dass ich die beiden zusammenbringen konnte.

Dafür hatten wir dann ja Dienstag frei, also konnten wir ausschlafen, ich konnte ein paar Sachen zur Post bringen und danach gings dann nach Akihabara, wo wir für Simone ein elektronisches Wörterbuch gekauft haben. Nachher konnten wir dann noch lernen, weil heute morgen der zweite Test auf dem Programm stand. Wir haben auch diesmal alle bestanden, obwohl es diesmal schon härter war. Es gab viele zweideutige Fragen auf die man eben nicht so einfach mit batsu (Kreu=falsch) oder Maru (Kreis=richtig) antworten kann. Naja, die Lehrerin ist eben auch bei den Tests etwas fieser als sonst.

Als Belohnung waren wir dann heute alle gemeinsam in der Saizeriya essen. Wir haben uns alle ganz schick angezogen (Simone und ich wurden von drei Röcke tragenden Mädchen dazu genötigt…) und hatten jede Menge Spaß.

So, jetzt ists aber wirklich schon viel zu spät hier, ich wollt doch eigentlich um 12 ins Bett, aber der Blog musste jetzt endlich mal sein. Wie ihr wahrscheinlich alle bemerkt ist hier so langsam der Alltag eingekehrt. Ich habe nicht mehr so viel zu schreiben, also wundert Euch nicht, wenn’s mal ne Woche nichts gibt, ich geb mir Mühe ^^

Ich wünsch Euch allen eine gute Nacht: o yasumi nasai,

liebe Grüße,

Nina

25.10.06 Kyoto I

So, auch wenn es jetzt schon wieder ziemlich spät ist werde ich endlich mal meinen Kyoto Bericht nachreichen. Nach gut einer Stunde Arbeit habe ich auch endlich die Fotos sortiert, das hat mich eigentlich am meisten am Schreiben gehindert. Nagut, dazu kamen dann noch so Sachen wie Uni-tests, meine Präsentation, die ich nächste Woche halten muss und all die tausend andern Sachen, die ich in der Zwischenzeit noch gemacht hab. Aber das werde ich alles nach und nach hier niederbringen.

Steffi und ich hatten und als wir beide noch in Duisburg waren dazu entschlossen Sandra unbedingt in Kyoto zu besuchen. Eigentlich war der Trip auch schon eine Woche eher geplant, aber das hat nicht so ganz mit der Planung hingehaun. Da Steffi und ich beide immer gerne alles planen hat Steffi dann unser Hotel gebucht und ich habe die Planung unserer Hin- und Rückfahrt übernommen.

Wir sind also Freitag mit dem Nachtbus losgefahren und Samstag morgen um kurz vor sieben in Kyoto angekommen. Über die Fahrt gibt’s nicht so viel zu sagen, es war eine typisch japanische Busfahrt, circa nach zwei Stunden ruhiger Fahrt wurde das Licht angeknipst, alle wurden wieder wach und dann kam auch noch die Lautsprecherdurchsage dass wir jetzt so und so viele Minuten Pause machen würden usw. Das hat mich natürlich nur noch mehr davon abgehalten mal eine Minute lang zu schlafen.

Am Bahnhof hat uns dann sofort eine strahlende Sandra erwartet. Mensch hab ich mich darauf gefreut sie mal wieder zu sehen! Steffi hatte sie ja noch viel viel länger nicht gesehen, also gab es erstmal unheimlich viel zu quatschen. Nach einer kleinen Erfrischungspause in Sandras Wohnheim machten wir uns auf den Weg zu einer original japanischen Oberschule. Sandra kennt sehr viele Leute in Kyoto, unter anderem auch den Co-Direktor, Herrn Hashimoto, der uns erst einmal durch die ganze Schule geführt hat. Mensch, so was sollte es auch mal in Deutschland geben. Auch wenn es eine staatliche Schule ist (sie also nicht sooo viel Geld zur Verfügung haben wie private Schulen) gab es dort Tennisplätze auf dem Dach, ein Schwimmbad, eine riesengroße Turnhalle, einen riesigen Sportplatz und auch innerhalb der Schule war alles komfortabel und neu eingerichtet. Das lustige an japanischen Schulen (und an Universitäten) ist einfach, dass man dort jeden Tag unter der Woche hingehen kann, es sind immer Schüler dort. Und zwar FREIWILLIG!! Wirklich… Manche kommen wirklich vor dem Unterricht um Sport zu machen, gehen dann während der Pausen wieder hin, nach dem Unterricht, am Wochenende, egaaal hauptsache sie können am Clubleben teilnehmen. Und unsereins freut sich über die freie Zeit, die man nicht an der Uni verbringen muss.

Herr Hashimoto ist übrigens mal wieder ein typisches Bespiel für die Freundlichkeit von Japanern. Er hat uns doch tatsächlich mit seinem Auto zum Hiei Berg gefahren (der auf der Karte wirklich ziemlich weit weg aussah) und uns ein richtig schönes Fleckchen Erde gezeigt. Vorher haben wir noch einen kurzen Abstecher zu einem Kuh-Tempel gemacht, bei dem man ganz weise werden kann wenn man den Kuhstatuen den Kopf streichelt. Ihr könnt Euch also denken, was wir die ganze Zeit gemacht haben….

Auf dem Hiei san gibt es sehr viele Tempel, für die man insgesamt auch nur einmal Eintritt zahlen muss, sehr praktisch. Es sind buddhistische Tempel und man kann dort sehr viel über die Geschichte des Buddhismus erfahren (was sehr interessant ist, wenn man im letzten Semester darüber ein Referat halten musste 😉 ). Außerdem hat man von dem Berg eine tolle Aussicht auf den Biwa See, den größten See Japans. Und das allerbeste war, dass wir tolles Wetter hatten und so den Anblick noch mehr genießen konnten.

Danach ging es die Serpentinen wieder runter zu einem kurzen Trip zum Heian Schrein. Herr Hashimoto war so freundlich und hat im Auto gewartet, damit wir kurz rausspringen und uns einmal alle davor fotografieren konnten.

Herr Hashimoto hat das alles übrigens nur gemacht, weil er deutsche Leute einfach sehr nett findet und gerne etwas mit Deutschen unternimmt. Ich war ihm an dem Tag so dankbar, vor allem weil sein Auto auch so bequem war, dass ich zweimal kurz schlafen konnte.

Letztendlich hat er uns dann am Fuß des Fushimi Inari Schreins rausgelassen, unserem nächsten Ziel. Leider hatte er danach keine Zeit mehr. Dieser Schrein ist für seine vielen hintereinander aufgereihten roten Tore bekannt. Guckt Euch einfach mal die Bilder an. Leider wurden wir dort von den Mücken zerfressen also zogen wir uns schnell zurück. Nach einem kurzen Spaziergang zu Sandras schöner Uni (ich glaube jede Uni in Japan ist schöner als die Dokkyo…) fuhren wir dann zurück zum Bahnhof. Dort stand mal wieder Karaoke auf dem Plan! Aber wir mussten auch mit Sandra Karaoke machen, immerhin war das ihr erstes Mal! Und wir hatten sehr viel Spaß, auch wenn uns die Maschine am Anfang immer nur zwei Minuten hat singen lassen… Da war irgendein Modus eingestellt, dass man wenn man zu schlecht singt aufhören muss… Aber hey, wir waren wirklich nicht so schlecht, ich weiß nicht, was dieses Maschine für Anforderungen stellt!! 😉

Nach Karaoke checkten wir kurz in unserem Hotel ein. Ich kann das Budget Inn nur empfehlen, sogar die dormitory rooms. Zuerst war ich ja ein wenig skeptisch, aber dieses Schulfreizeit feeling ist in unserem Alter einfach nur lustig. Steffi und ich mussten nämlich in den Hochbetten oben schlafen. Aber so gut wie in diesem Hotel habe ich glaube ich noch nie in Japan geschlafen (was auch an dem Schlafmangel der Nacht davor gelegen haben konnte). Aber hey, davor war doch noch was, wir sind mit Sandra und ihrer sehr netten amerikanischen Zimmerkollegin Michelle nach Teramachi gefahren. Das sind die großen überdachten Einkaufsstraßen in  Kyoto. Steffi hat sich dort in einem kleinen Schrein (ja, so was gibt es da auch, zwischen den ganzen Geschäften) etwas für ihren kürzlich verstorbenen Hund Benji gekauft. Es war ein kleines Holztäfelchen mit Hunden drauf (Hund ist ja auch ein japanisches Sternzeichen, wir befinden uns übrigens grad im Jahr des Hundes). Nach dem sie dem Mönch gesagt hat, dass sie es gern kaufen würde hat er es sogar für sie gesegnet. Wir waren in dem Moment so gerührt *schnief*.

So, weiter geht’s dann im zweiten Teil des Blogs, nachher will das keiner mehr lesen, weil ich immer so viel schreibe… Es tut mir leid!! J

Bis hoffentlich morgen dann, Nina

Kyoto Part II

Nun also zum zweiten Tag. Steffi und ich konnten wie ja schon vorher erwähnt super schlafen und wir hatten auch sehr nette Zimmernachbarn. Wir checkten also aus und machten uns wieder auf dem Weg zu Sandra mit unserem Gepäck damit wir uns darum keine Sorgen mehr machen mussten. Auf dem Hinweg wurde uns schon bewusst, dass es wieder ein toller Tag mit super Wetter werden würde, also ließen wir unsere Jacken getrost bei Sandra. Wir kauften uns das Tagesticket für den Bus (für nur 500 Yen J und da in Kyoto alles wunderbar per Bus zu erreichen ist, ist das viel billiger als in Tokyo…) und machten uns auf Sightseeing Tour. Heute standen erstmal die beiden wichtigen Tempel Ginkakuji und Kinkakuji auf dem Tagesplan. (Auf deutsch: silberner und goldener Tempel).

Ich hatte zwar beide Tempel schon gesehen, aber wenn man schon mal in Kyoto ist sind die beiden einfach ein Muss. Wir fingen also beim silbernen Tempel an. Der Tempel an sich ist gar nicht silbern, das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber das ist einfach nur ein Holztempel. Ich wusste auch mal warum der den Namen trägt, vielleicht reiche ich die Geschichte dann mal nach. Der Tempel an sich ist aber auch gar nicht das interessante dort, sondern eher die komplette Anlage. Der Garten ist sehr liebevoll gestaltet und es ist einfach der so ziemlich grünste Platz den ich in letzter Zeit gesehen habe (nagut, mittlerweile war ich ja auch noch in Nikko, aber das kommt später ^^). Das letzte Mal als ich mit Daniel da war hat es ja die ganze Zeit nur geregnet, der silberne Tempel sieht zwar auch im Regen wunderschön aus, aber in der Sonne glänzte einfach alles ganz toll. Außerdem konnte man schon leichte Anfänge des Koyou sehen (die berühmte Blattverfärbung in Japan). Ok, ich gebs zu, ein einziger Baum war schon rot, aber es sah toll aus! 😉

Da ziemlich viele Touristen unterwegs waren (jaaa, ich weiß, wir gehörten auch dazu) hatten wir uns schon jetzt leicht verspätet und mussten daher den Ryoanji Steingarten aus unserem Programm streichen. Das ist der berühmteste Steingarten Japans, wobei er zudem noch der untypischste ist. Aber egal, ich war da eh schon und hätte den Eintritt wahrscheinlich gar nicht bezahlen wollen und Steffi konnte es auch ganz gut verschmerzen. Jetzt hat sie wenigstens noch was, wofür sie noch mal wieder kommen kann.

Wir machten uns also zu unserem nächsten Ziel auf, dem goldenen Tempel. Ok, irgendwie gibt es dazu nicht wirklich viel zu sagen. Man kauft die Eintrittskarte, biegt um eine Ecke und zack, da ist der goldene Tempel mitten im Wasser. Er sieht atemberaubend schön aus, vor allem bei gutem Wetter, denn dann wird er von der Sonne wunderschön angestrahlt. Sonst gibt es dort leider nicht so viel zu sehen. Man macht also brav seine Fotos vor dem Tempel, einmal wird jeder vor die Kamera gescheucht und dann geht’s auch schon weiter. Ich war jetzt das dritte Mal dort und auch wenn es dort eigentlich nur diesen Tempel zu sehen gibt muss ich zugeben, dass sich der Eintritt jedes Mal wieder gelohnt hat. Als ich mit Miriam da war hatten wir auch schönes Wetter und das Wasser stand ganz still. Daher hat sich der Tempel einmal komplett im See gespiegelt. Mit Daniel hat es zwar geregnet, aber auch der Anblick war ganz toll. Außerdem sehen die Regenschirmfotos ziemlich niedlich aus ^^. Und jetzt strahlte uns der Tempel einfach dank des tollen Sonnenlichts einfach nur an. Klasse!

Nun gings auf zum entspannteren Teil des Tages, wir fuhren zu den Tobitas, eine japanische Familie, die Sandra schon länger kennt. Die jüngere Tochter war dieses Jahr zu Gast in Sandras Haus in Deutschland während eines Deutschlandaufenthalts. Daher versucht nun die ganze Familie Tobita Sandra unter die Arme zu greifen bei ihrem Japanaufenthalt. Sandra hat mittlerweile eine beträchtliche Geschirrsammlung, die sie nur Frau Tobita zu verdanken hat.

Wir kamen also bei dem Haus an und wurden sofort von den Töchtern herzlich begrüßt, die sofort einiges an Süßkrams auftischten. Der eigentliche Grund warum wir heute zu Besuch waren, war dass an einem Schrein in der Nähe ein Fest war, wo es auch einen Omikoshi zu sehen gab. Das sind diese Schreine, die auf den Rücken von ganz vielen Japanern getragen werden. Die Japaner tragen dieses Ding durch die ganze Stadt und dann wieder zurück zum Tempel wo die Gottheit dann wieder in ihr Heim zurückkehren kann. Sandra hatte selber eine Woche zuvor bei dem Schreintragen mitgemacht und hatte danach ziemlich lange Muskelkater. So, als wir im Haus der Tobitas nun die ersten komische Geräusche hörten gingen wir vor die Haustür wo der Umzug stattfand. Nagut, es waren erst die Anfänge und der Schrein wurde auch gefahren, aber zumindest waren die Männer schon gut drauf und dort liefen zwei verkleidete Männer in einem Hundekostüm (siehe Bilder) rum, ich hab leider den Namen vergessen. Wenn der Hund einem in den Kopf beisst (natürlich nicht wirklich) nimmt er alle dummen Gedanken mit und man wird ganz schlau. Natürlich haben wir das sofort mit uns machen lassen ^^

Nachdem also dieser kleine Umzug an uns vorbei war machten wir uns auf den Weg zum eigentlichen Schreinfest. Erstmal gingen wir eine Straße entlang, wo es viele kleine Essensstände gab und natürlich auch so typisch japanischer Kram wie Goldfischfangen oder Lose ziehen. Ich hab dort meine ersten Takoyaki (Oktopusbällchen) gegessen…. Nagut, also sie waren eigentlich zu heiß und ich hätte nicht gedacht, dass darin wirklich ein Tentakelglupsch ist. Als ich den ersten im Mund hatte wurd mir auf einmal wirklich ganz anders, obwohl es im Endeffekt natürlich nicht schlecht geschmeckt hat.

Als wir dann irgendwann beim Tempel ankamen startete von dort der Kinder Omikoshi. Natürlich wird der Schrein dann nicht nur von Kindern allein getragen und vor allem wenn es Treppen hoch geht übernehmen die Erwachsenen komplett. Aber es ist einfach zu niedlich. Vielleicht schaffe ich es meine Videos mal wieder bei Youtube hochzuladen, aber mein Rechner spinnt grade etwas und will die leider nicht mehr abspielen. Das muss man einfach gesehn haben.

Während wir auf der Treppe dann auf den richtigen Omikoshi Einzug warteten setzte sich eine ältere Dame zu uns, die uns erstmal auf Englisch ansprechen wollte. Als wir ihr dann aber auf Japanisch antworteten war sie doch ein wenig verdutzt und fragte uns erstmal was wir denn in Japan machen würden und woher wir die Sprache könnten. Sie war wirklich sehr nett und alle hatten sehr viel Spaß mit ihrem kleinen Hund Jack.

Nach einiger Zeit kamen dann die Männer und brachten den großen Omikoshi zurück. Diesmal trugen sie ihn sogar und hatten jede Menge Spaß dabei. Plötzlich kam ein Japaner auf uns zugerannt und fragte ob wir deutsche wären, weil dort auch ein deutscher Junge mitgehen würde. Er rannte also sofort zurück zu dem Omikoshi und kam mit Sebastian zurück. Einem Austauschstudenten von der Marburger Uni, wo Leslie und Michael aus meinem Kurs auch herkommen. Die Welt ist wirklich sooo klein! Michael und Sebastian sind nämlich sehr gut befreundet… J

Dann ging es aber doch so langsam mal wieder zurück zum Hause Tobita, wo bald auch die Eltern ankamen. Wir wurden natürlich wieder herzlich begrüßt und fuhren dann sofort los (zum Glück hat diese Familie einen kleinen Bus) zu einem Einkaufscenter. Dort kauften wir die halbe Lebensmittelabteilung leer (wofür wir nichts zahlen mussten, was irgendwie doch immer peinlich ist…) und fuhren wieder zurück durch ganz viele kleine Gassen. Wir hatten sehr viel Spaß, vor allem mit den beiden Töchtern. Das Essen war unheimlich lecker und natürlich viel zu viel, daher wurde Sandra noch einiges als Lunchpaket für den nächsten Tag eingepackt. Ich muss sagen, dass ich diesen Abend einfach nur genossen hab. Das war einfach sooo toll einfach nur dazusitzen, mit der Familie zu reden, nebenbei skurrile japanische Fernsehsendungen zu sehen und zu entspannen. Zum Glück hat Tobita san noch einige Fotos gemacht, die er uns zugeschickt hat, ich hab nämlich wieder total vergessen welche zu machen. Das ist mir letztes Jahr auch schon bei Ryokos Familie passiert. Eigentlich waren das die schönsten Tage die ich hier überhaupt hatte und davon hab ich fast keine Fotos… Das passiert eben, wenn es einem so gut geht 😉

Dann hat Herr Tobita uns noch zu Sandra mit dem Auto gefahren. Mensch, wir wurden soviel rumkutschiert an dem Wochenende, Sandra kennt viele nette Leute ^^. Der Abschied fiel dann auch sehr schwer, vor allem von Sandra, aber ich werde sie ja bald mal wieder sehen. Ich hoffe nämlich, dass sie mich hier bald mal in Tokyo besuchen kommt.

Nun noch kurz zur Rückfahrt (dann bin ich auch endlich mal fertig *g*). Es war einfach nur FURCHTBAR…. Dieser Nachtbus fuhr nach Tokyo noch Tokyo Disneyland an, was bedeutete, dass dort auch viele jüngere Mädchen mitfuhren. Vor uns saßen nun zwei, die ihre Sitze schon komplett unten hatten als wir in Kyoto in den Bus stiegen. Da dieser Bus viel enger war als der auf der Hinfahrt hatten Steffi und ich arge Probleme dort zu sitzen. Wir haben uns wirklich nur angeguckt und uns gedacht, dass das nicht wahr sein kann, jeder normale Mensch hätte die Sitze wenigstens von sich aus ein wenig höher gestellt, dass die Leute dahinter noch Platz fänden. Steffi nahm das ganze also in die Hand und sprach die Mädchen an, dass sie doch bitte ein wenig nach vorne gehen könnten, immerhin sei es für uns viel zu eng. Die beiden rückten dann doch tatsächlich 1 MM!! Nach vorne… Na wunderbar, das hatte es natürlich gebracht. Für Steffi und mich war dann sofort klar, dass wir so wirklich keinen Schlaf finden konnten, also regten wir uns erstmal lauthals über die beiden auf. Das hat schon was für sich, wenn wir die beiden verstehen, sie uns aber nicht. Nachher waren wir sooo angenervt von denen. Als wir den ersten kurzen Stop machten ging Steffi dann auch noch mal zu der Reiseleitung um sich zu erkundigen, ob noch irgendwo was andres frei wär. Bei unserem Glück natürlich nicht *seufz* also musste diesmal der Leiter persönlich die Mädchen ansprechen ein wenig nach vorne zu rücken. Das geschah dann auch, um 1 CM diesmal… Nagut, die Sitze waren einfach eng, selbst wenn sie ganz vorne gewesen wären, wäre es noch eng gewesen. Aber die Mädchen waren soooo böse auf uns. Aber dann hätten sie mit so nem Kinderkram nicht anfangen dürfen. Wir haben sie ja wirklich nett gefragt *argh* ich war so froh, als wir eine Stunde eher als erwartet in Tokyo ankamen und ich dann doch viel eher zu Hause war als geplant. Nachdem ich dann Miriam angerufen hatte (als sie in ihren Geburtstag reingefeiert hat) konnte ich dann endlich schlafen gehen…..

07.11.06 Wie schnell die Zeit hier vergeht….

So, jetzt ist schon wieder viel Zeit vergangen seit meinem letzten Blog und es sind eigentlich so viele Sachen hier passiert! Eigentlich wollt ich nach Kyoto direkt meine Nikko Reise bloggen, immerhin sind die Fotos schon online, aber ich glaub ich warte einfach noch ein wenig und red erstmal so allgemein über den ganzen Kram der hier so passiert.

Ich hab einfach sooo viele Sachen die mir hier ziemlich wichtig geworden sind, daher gebe ich jetzt erst einmal eine kleine Einführung in den ganzen Kram.

Mein Handy

ja ich hab mir endlich einen Handy Vertrag zugelegt. Das ist irgendwie viel praktischer, weil jetzt alle hier ein Handy haben. Außerdem ist es auch gar nicht so teuer, weil wir den Studentenrabatt kriegen. Und es sind natürlich auch Freiminuten usw. enthalten.

Das lustige ist, dass mein Handy jetzt auch Emails empfangen kann. Also wer mir mal darüber schreiben möchte oder mich unbedingt anrufen mag (das geht *g* das machen hier einige), der sollte mich anschreiben, ich hab noch Skrupel hier meine Daten zu veröffentlichen. Außerdem gibt es noch sogenannte C-mails (chi-mails wie die Japaner sie liebevoll nennen…) das sind so was ähnliches wie sms aber sie haben nur 100 Zeichen und werden hier zum chatten benutzt. Man erhält nämlich sofort die Bestätigung ob die Nachricht eingegangen ist und sie ist dann auch wirklich eingegangen (ein Wunderwerk der Technik). Natürlich hängt an meinem Handy auch schon Gebömmel, nur noch nicht soviel ich warte noch auf das richtige, und ich hab natürlich auch schon Aufkleber draufgeklebt, sein Handy schmücken gehört nämlich auch zur guten Schule. Ich muss mir auf jeden Fall später Sticker usw. mitnehmen, da ich wahrscheinlich mein geliebtes Handy abgeben muss *snief* Aber ich habe noch Hoffnung, dass sie es mir lassen, immerhin sind da sooo viele coole Fotos jetzt schon drauf. Außerdem sollte diese Smiley Liste jeder in Deutschland gesehen haben. Es gibt Smileys für wirklich jede Angelegenheit. Ich schätze jetzt einfach mal so dass es grob 500 Stück sind…

Meine Alien registration Card

Ich bin ein Alien, juchu! Wirklich, so heißt das Ding. Und ich hab es endlich! Das macht mich quasi zu einem Misch aus Alien und Japaner und damit darf ich eigentlich alles was Japaner auch so dürfen und was Touristen verwehrt wird. Zum Beispiel den Handyvertrag abschließen, oder aber ne Videothekenkarte anlegen (das muss ich bald mal tun, das Warehouse hier ist toll!) oder aber Punkte Karten für sämtliche Elektronikläden erstellen. Eigentlich wollen die hier andauernd die Alien Card sehen, ist ja auch wie ein Ausweis. (Und vor allem glitzert sie so schön ^^)

Mein Studentenausweis

Der steht hier eigentlich nur drin, damit alles komplett ist. Natürlich hab ich auch schon mehrere Vergünstigungen dadurch gekriegt und man braucht ihn auch öfters, aber eigentlich stehen dort nichts besondres drauf.

Meine Geldbörse

Jaaa, endlich habe ich eine neue. Und vor allem ist das süße Schwein darauf! Und sie hat nur 5 Euro gekostet (das ist das wichtigste *g*)

Meine Handytasche

Auch mit dem Schweinchen ^^ aber nur das weiße, aber das ist auch gut so, Petra hat nämlich die schwarze… Ich liebe dieses Schweinchen 😉

Mein Schweinchenkissen

Zwar erst gestern käuflich erworben, jetzt aber schon unter den wichtigsten Gegenständen! Es ist einfach gaaaaanz flauschig kuschelig. Ich weiß zwar noch nicht ob man drauf schlafen kann aber es sieht toll aus 😉 (Das war die Schweincheparade)

Meine Sembei

Ich liebe dieses Gebäck. Soka ist übrigens ganz berühmt für seine Sembei, immer wenn ich Japanern erzähl wo ich wohne kommt sofort: aaah Soka Sembei, ne? *g* sembei sind Reiskräcker in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Mein absoluter Favorit sind die Schnee sembei mit weißem Guss obendrauf (was auch immer es ist). Diese Kombination von salzig und süß ist einfach genial!

Meine Lampe

An der Schnur meiner Zimmerlampe hängt ein niedliches Küken dran und an dem anderen Ende hängt eine Eierschale. Man kann das Küken nach unten ziehen und die Schnur verlängern (das ist praktisch weil man dann vom Bett aus an die Lampe kommt)

Mein Sparfrosch

Noch nie benutzt, aber auf jeden Fall ein Foto wert!

Meine bisherigen Visitenkarten

Visitenkarten sind in diesem Land überaus wichtig, Japaner überreichen sich bei der ersten Begegnung immer sofort ihre Visitenkarten, studieren die des anderen genauestens und erfahren dadurch, welchen Rang ihr gegenüber hat. (Ob sie also unter oder über ihm stehen…) Ich hab auch schon ein paar gesammelt ^^

Meine Sushi Gutscheine

Das sind die Kärtchen die wir uns jeden Mittwoch hart im gegenüberliegenden Otaro Zushi Laden hart erarbeiten. Nach zweimal Mittwochs essen gehen hat man Gutscheine für einmal frei Sushi essen zusammen, juchu!

Mein Fotoschrank

Hier hängen einige Fotos (die andern hab ich natürlich auch alle noch) und meine bisherigen Postkarten. Da ich da jeden Tag draufgucke müssen da noch viel viel mehr dazu kommen!! *kleinerHinweis*

Meine Posterwand

Naja „Poster“ so siehts also an meiner freien Wand aus. Ohne die ganzen Bildchen wärs hier einfach zu kahl. Zum Glück gibt’s hier so viele Animes und Videospiele, dass man genügend süße Bildchen zusammen sammeln kann.

Mein Reiskocher (Suihanki!)

Jaaa, ich liebe ihn, auch wenn wir ihn in der ersten Zeit öfter benutzt haben. Aber er ist ein wichtiger Haushaltsgegenstand geworden. Er war zwar viel teurer als die Dinger in Deutschland, aber dafür kann man ihn auch vorprogrammieren und noch mehr Schnickschnack einstellen. Auf jeden Fall können wir jetzt auch zu Hause schönen leckeren Reis essen!

„Meine“ Simone

Lol, natürlich ist sie nicht meins, aber sie gehört auch mit dazu. Ich finds gut, dass wir immer noch miteinander klarkommen, ihr geht’s zwar leider grad nicht so toll (die Erkältung hat auch sie erwischt) aber wir haben unsern Spaß!

14.11.06 Danke, danke, danke Kait!

Vielen lieben Dank Kait aufdieKniefall

Endlich habe ich einen Blog der mir richtig gut gefällt. Der alte war mir viel zu unübersichtlich und es gab kein Gästebuch, das war ziemlich deprimierend…. Meine Fotos behalte ich erstmal bei Yahoo, das mit den Alben und der Fotoshow ist da nämlich so schön gelöst.

Aber ansonsten zieh ich hier jetzt hin *wohlfühl*

Die alten Einträge sind auch alle da, es gibt also keinen Grund traurig zurückzublicken.

Ich kann gar nicht genug Danke sagen, vor allem weil ich heut morgen den ersten Versuch des Blogs mit nur einem Klick gelöscht hab *einfachdämlichwar*

Kait bleibt einfach mein Guru ^^ Danke danke!!

23.11.06 PS3 Start

So, ich werd jetzt einfach mal ein paar Sachen nachliefern. Vielleicht kann ich ja heute schon die letzten Wochen aufholen J

Vor gut zwei Wochen war der Start der Playstation 3 in Japan. Anika und ich sind extra früh aufgestanden und nach Akiba gefahren um uns das Spektakel anzugucken, das meiste war aber schon um halb 9 wieder vorbei. Die ganze Nacht über hatten die Japaner vor den großen Elektronikläden angestanden (natürlich im strömenden Regen…) um dann am nächsten morgen eine PS3 ihr Eigen nennen zu können. Natürlich hat Sony es nicht geschafft genug Playstations zum Start direkt zu produzieren, daher gibt es jetzt wöchentliche Nachlieferungen.

Ich find das ganze ist noch ziemlich überteuert, außerdem waren glaub ich nur fünf Spiele bis jetzt draußen, die auch alle gar nicht so sehr überzeugen.

Ich hab auch mal wieder ein kleines Video veröffentlicht (ist aber nicht sooo toll, aber es wurde an dem Tag von You tube noch gekührt. Es waren nämlich ziemlich viele Leute an nur einem Tag drauf ^^) Der Link ist:

http://www.youtube.com/watch?v=FtOt0POcUFY

Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß (und ein leckeres Frühstück ^^) und ich habe mir an dem morgen noch eine eigene Videokamera gekauft, jippie, es werden also viele viele Videos folgen….

23.11.06 Japan vs. Deutschland ^^

Leider ist Anika ja mittlerweile schon wieder in Deutschland, aber wir hatten jede Menge Spaß hier. Vor allem die Wochenenden mit ihren Japanern waren total genial. Jedes Treffen begann erstmal mit der Frage wo wir denn jetzt essen gehen sollten. Da es jedem egal war gab es immer große Diskussionen, bis dass sich endlich jemand erbarmte die Sache in die Hand zu nehmen und uns einfach kollektiv irgendwohin zu schleppen.

Danach gab es dann immer Karaoke (Karaoke mit Japanern ist wirklich das Beste!!). Anika hat dann alle Japaner überrascht weil sie mit mir zusammen japanische Lieder gesungen hat (anfangs immer mit Spickzettel, beim letzten Mal dann sogar fast komplett auswendig!). Jaaa, das geht auch ohne japanisch zu können ^^ natürlich ist es einfacher wenn man alles lesen kann.

Danach wurden eifrig Puricuras geschossen, Kubotasan ist davon nämlich genauso begeistert wie wir. Die Kerle wollten sich immer regelmässig davor drücken, aber wir hatten kein Erbarmen! Öhm ja, dann waren wir meist eh schon in Spielhallen also wurden noch ein paar Automaten ausgetestet, meist das Trommelspiel und Mario Kart. Bei unserem ersten Treffen entbrannte dann ein heißer Kampf: Japan vs. Deutschland. Wir fingen mit dem Trommelspiel an, zack: 1:0 für Deutschland. Danach spielten dann hintereinander Hirosesan und ich das Schlagzeug spiel. Ich hatte eindeutig mehr Punkte (aber ich muss auch zugeben, dass ich die einfacheren Songs hatte) daher 2:0. Bei Mariokart gewann dann eindeutig Deutschland, Simone wurd erste vor Anika und den beiden anderen Japanern. Hihi, aber die Japaner wollten sich natürlich nicht so leicht geschlagen geben, daher gings dann noch nach weiteren Diskussionen zum Billard. Die Japaner spielen das natürlich ganz anders als wir und wir waren auch eigentlich viel zu viele für einen Tisch, daher haben wir dann eben auf zwei Tischen verteilt einmal unsere deutsche Version gespielt und auf dem andern die japanische. Im Endeffekt ging der Abend dann 6:2 Für Deutschland aus, juchuuu ^^ und das obwohl wir doch im Billard so schlecht sind…

Anikas Abschiedsfeier war dann auch super genial, ich hatte bei uns im Süßigkeiten Wunderland Rotkohl, Sauerkraut und Gewürzgurken gekauft, Anika hat dann noch irgendwo Würstchen erstanden und wir haben deutsches Okonomiyaki (so was wie Pizza oder Pfannkuchen…) gemacht. Hirose hat die Zubereitung irgendwie in der Schule gelernt, daher musste er sich auch die ganze Zeit um den Teig kümmern und hat uns tolle Okonomiyaki gezaubert. Während des abends haben die Japaner dann noch versucht mir „schönes japanisch“ beizubringen, also tolle Sprichwörter und so. Naja drei sind halbwegs hängen geblieben, aber ob die wirklich so schön sind? ^^

Danach sind wir dann zu Kubotas Wohnung gegangen, die schönste Wohnung in der ich jemals war. Sie ist zwar total klein, aber absolut zweckmässig und dazu stehen noch unglaublich viele tolle Sachen dort. Und sie hat alles ganz wahnsinnig toll dekoriert (zwar immer noch im Halloween Stil, aber bald ist Weihnachten dran 🙂 )

Wir saßen also bei Kubota und haben ganz lange getrunken und viel Spaß gehabt, vor allem mit Sempai, der natürlich nicht wirklich viel Alkohol verträgt und daher ziemlich lustig war. Irgendwann waren dann nur noch Kubota, Hirose, Anika und ich da und wir beschlossen doch endlich mal schlafen zu gehen (schätzungsweise um 5 Uhr morgens…). Das war dann ziemlich lustig, wir hatten ein Bett und daneben eine Matratze zur Verfügung und haben uns dann quer darauf gelegt. (Längs ging ja nicht, immerhin war ein Mann anwesend, der selber auch eine Freundin hat und dann hätte ja auch eine von uns vergebenen neben ihm liegen müssen…) Also war das ganze dann super unbequem, ich wusste nie wohin mit meinen Beinen, dann auch noch total heiß, weil Kubotasan die ganze Zeit die Heizung laufen hatte und darüber hinaus haben Anika und Hirose noch die ganze Zeit im Schlaf gequasselt ^^. Naja, ziemlich lustig eben. Morgens mussten die beiden Japaner dann zur Uni, Anika und ich haben noch ein wenig die Wohnung aufgeräumt und sind ihnen dann hinterher. Beim nächsten Convini haben wir dann noch Sempai getroffen, dem das alles etwas peinlich zu sein schien, aber wir haben ihn einfach nur wissend angelächelt ^^.

Nachmittags ging es dann zur letzten Karaoke, Puricurca, Spielhallen, Crepe Session, bei der Anika noch ganz tolle Abschiedsgeschenke bekommen hat. Und der Abschied war natürlich auch unheimlich hart. Mensch, immerhin hab ich jetzt kein Familienmitglied hier in dem Land *schnief*. Es war wirklich ne schöne Zeit, mensch wie schnell doch 2 Monate vergehen können…

Fotos (leider noch nicht zum letzten Tag, weil Anika immer noch zu dusselig war mir die rüberzuschicken) könnt ihr hier in meinem Album sehen:

http://photos.yahoo.com/conina83

06.12.06 Frohen Nikolaus

Hohoho,
ja, ich weiß ich hab mich seit Ewigkeiten wieder nicht gemeldet, ich schäm mich auch ganz doll, aber ich gelobe Besserung!! So lange dauert der Unterricht nämlich nicht mehr und dann sind auch die ganzen doofen Tests bald vorbei.
Aber jetzt zu dem wichtigen Thema: Alles Gute zum Nikolaustag! Ich weiß nicht, wann ich das das letzte Mal gefeiert hab, aber so wie wir das gestern nacht und heute zelebriert haben muss das für alle schon lange lange her sein. Alle Mädels auf dem Gang (insgesamt 8 Stück haben sich gestern gegenseitig beschenkt. Also so richtig mit Schuhen rausstellen und so. Und heute morgen gabs dann tolle Bescherung!
Die beiden Jungs in unserer Klasse haben dann auch noch ne Kleinigkeit gekriegt und unsere Sensei hat sich auch wahnsinnig über typisch deutsche Weihnachtssüßigkeiten gefreut (ich glaub die Pfefferkuchen haben ihr am Besten geschmeckt, sowas gibts hier nämlich gar nicht…).
Und Leslie und Michie haben sich noch ganz viel Mühe gegeben und haben uns kleine Mini Hexenhäuschen gebastelt aus Keksen. Ich stell bald mal eine Japan-Weihnachsgallerie auf meine Seite, da kommt das Bild dann auch drauf.
So ihr Lieben, machts gut und eine schöne Vorweihnachtszeit!
Nina

Ps.: Es gibt auch ein neues Video von mir auf Youtube (Danke Anika ^-^) Hier gibts den Link: Mario

16.12.06 Essen mit Takeda Sensei

So, schon wieder 10 Tage nix mehr geschrieben, mensch was ist denn los mit mir? Eigentlich passieren hier schon immer Sachen, aber das sind meist Kleinigkeiten und dann denk ich mir immer, achja kannst ja auch noch morgen schreiben. Egal, heut hab ich mich entschlossen endlich mal wieder was reinzuschreiben, und wenn’s auch nur ne Kleinigkeit ist! Gestern hat uns nämlich unsere Sensei zum Essen eingeladen was super lecker war. Wir gehen ja hier schon immer in die Saizeriya zum Essen wo es auch viele italienische Sachen gibt. Aber gestern waren wir im „Cocos“ wo es noch zehnmal mehr Sachen als in der Saizeriya gibt. Also haben wir natürlich fröhlich reingehaun. Ich hatte eine Schale mit einer Hälfte Lasagne und einer Hälfte Doria. Doria ist Reis mit einer seltsamen leckeren Soße und gestern waren noch drei Schrimps drauf. War wirklich sehr lecker, aber ich hab das ganze wegen der Lasagne gegessen, meist gibt’s hier nämlich nur Spaghetti in Restaurants.

Das einzige zu Bemängelnde ist die Pizza dort, sie ist zwar gigantisch groß, aber es gibt nur eine einzige Sorte. Und laut Leslie schmeckte die gar nicht so dolle. Naja, mal schaun!

Nachdem wir eh alle schon satt waren nötigte Sensei uns noch zu Nachtisch! Wir haben dann versucht etwas möglichst kleines zu nehmen, aber Sensei hat so lange rumgefragt, bis dass sich unser kleiner Chinese Ryuu den Rieseneisbecher bestellt hat. Der war wirklich circa 30 cm hoch und sogar Ryuu musste sich ganz schön anstrengen!

Öhm ja, ich will gar nicht wissen wie viel das ganze gekostet hat, wir müssen uns auf jeden Fall nächste Woche bei ihr mit deutschen Süßigkeiten bedanken! Guckt Euch die Fotos an unter: Meine Fotos

22.12.06 Endlich Ferien, Pfannenbrand und wie ich von den Rotariern verschleppt wurde….

So, endlich sind Ferien! Heute noch den letzten Test in diesem Jahr geschrieben, der Unterricht im nächsten Jahr zählt eigentlich auch nicht mehr, ist nur noch ein Tag und danach gibt’s Abschlusstests. Soweit hab ich also erstmal alles ganz gut überstanden! Und ich muss schon zugeben, auch wenn der Unterricht manchmal gähnend langweilig war, die Grammatik unnötig und die Texte auch manchmal einfach nur dämlich, ich habe schon einiges dazu gelernt. Im Unterricht zwar eher nur die ganzen Kanjis, wenn ich mir jetzt nämlich den ersten Lektionstext angucke muss ich schon lachen, dass ich am Anfang davon nicht viele Zeichen lesen konnte. Die ganzen wichtigen und nützlichen Sachen hab ich aus dem ganzen Drumherum gezogen. Zum Beispiel kann ich jetzt endlich so wichtige Sachen sagen wie: Bitte die Getränke ohne Eis (was in diesem Land unglaublich wichtig ist, denn der Becher ist immer halbvoll mit Eisbrocken), oder bitte keine Tüte drumherum (in diesem Land der Verpackungslieber ein kleiner Schritt in den Umweltschutz) oder das war alles, danke. Und ich schrecke natürlich nicht mehr sofort auf, wenn mich jemand auf Japanisch anspricht und stammel erstmal vor mich her. So langsam kann man schon auch wenn man grad in Gedanken ganz woanders war auf japanisch umschalten, das geht grad leider etwas zu Gunsten meines Englischs. Aber egal, das war ja jetzt noch nicht mals ganz die Hälfte meines Aufenthalts, also, es gibt noch viel zu tun und zu erledigen, mal schaun wie die Praktikumszeit so wird!

Jetzt also zum zweiten Thema, jaaa ich gebe es zu, ich hätte gestern fast die Bude abgefackelt, nagut es ist auch nicht meine Schuld sondern die der Pfanne. Ich wollte mir gestern nämlich leckere Gyozas machen (das sind chinesische gefüllte Teigtaschen) und die muss man anbraten. Die Pfanne war dafür leider nicht mehr optimal, was sich schon seit längerer Zeit angedeutet hatte. Nagut, was kann man auch von einer 67 cent teuren Pfanne erwarten? Seit ein paar Wochen roch es nämlich schon immer komisch wenn man die Pfanne auf den Herd stellte. Naja, Gasherd eben und die Pfanne war dann ja doch eher aus Wellblech. Egal, also auf einmal fing eben die Pfanne an zu brennen, ich blieb ziemlich gelassen und wartete auf einen passenden Moment mit unserem Topfdeckel die Flammen ein wenig zu löschen als mir Jenny zur Hilfe kam und sich erstmal todesmutig an den Herd wagte um das alles runterzudrehen. Naja, der Herd war also aus, die Pfanne flämmte weiter, darauf hab ich dann die restlichen Flammen mit dem Deckel gelöscht. Dann mussten wir natürlich schnell alle Türen aufreissen und lüften, weil sonst wohlmöglich noch die Springkläranlage angesprungen wär. Naja, wir konnten eine Evakuierung des Shimizu Wohnheims vermeiden und haben auch so ziemlich den Rauch rausgekriegt. Die Pfanne steht immer noch als Mahnmal auf dem Herd, ich werd sie morgen mal entsorgen.

Ok, jetzt zum dritten aufregenden Punkt, die Rotarie Feier… Nagut, so spannend ist es dann doch nicht, aber die Vorgeschichte ist lustig! Unser kleiner Chinese (Ryuu) sollte diese Woche Geburtstag haben, das ist aber gar nicht so einfach bei Chinesen. In seinem Pass steht der 24.12. aaaaber das ist ja vollkommen falsch und ausgedacht (häh?!?). Er war sich dann erst nicht so sicher wann er jetzt genau Geburtstag hätte, am 21. oder 22. das ist wohl wegen des chinesischen Mondkalenders nicht ganz so einfach. Im Endeffekt entschied er sich dann für die Nacht vom 21. auf den 22. Also Geburtstag nur von abends bis morgens. Nagut, wir haben ihm dann die Geschenke am Donnerstag morgen gegeben, sollte uns recht sein. Jetzt gabs aber noch ein Verständigungsproblem. Und zwar wollte er irgendwie eine Feier machen. Zuerst war die Rede von seiner Geburtstagsfeier, dann sollte eine Feier stattfinden mit seiner „Schwester“ (Der gute Junge ist wie fast jeder Chinese mittlerweile eigentlich Einzelkind, er meinte mit O-neesan (Schwester) eher ein älteres Mädchen, dass ihm bei seinem Studium hilft. Wir sind ja immerhin auch alle seine O-neesans ^^).

Im Endeffekt wurden wir dann letzte Woche von einem ganz anderen Mädchen ins Kokusai (international) center eingeladen zu eben dieser Feier. Nagut, warum jetzt sein Geburtstag oder seine Schwester was mit der Uni zu tun hatten wussten wir nun auch nicht so wirklich und haben uns dann heute einfach überraschen lassen. Die Party wurde dann übrigens doch noch mal umverlegt, weil zu viele Leute kamen. Aber egal, wir kamen also an diesem Raum an und mussten uns erstmal wie auf jeder dieser blöden Unifeiern in eine Liste eintragen. Reicht ja nicht, dass wir da waren, wir müssen das auch noch schriftlich bestätigen….

Und dann sah ich das Plakat, die andern konnten aus den Katakana (diese Zeichen benutzen Japaner um ausländische Wörter zu schreiben) noch nicht wirklich viel entziffern, und mir entglitten nur die Worte: Oh mein Gott! Das ganze war eine Veranstaltung des Rotary Clubs! Aaaargh, eigentlich wollte ich an so was nie teilnehmen und jetzt waren wir in diesem Raum gefangen. Nagut, ich frag mal eben Wiki nach der Defintion von Rotary:

„Der Rotary Club (RC) ist ein Wohltätigkeitsclub, in dem sich vornehmlich führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Kunst und allen anderen Bereichen der Gesellschaft zusammengeschlossen haben.“

Nagut, das gab jetzt nicht ganz so viel her, aber auf jeden Fall ermöglichen die Jugendlichen oft Auslandsaufenthalte.

Wer mehr wissen will, sollte das einfach mal googlen.

Naja, im Grunde genommen war die Party gar nicht schlecht, für mich hats sich’s ziemlich gelohnt. Immerhin gabs viele Getränke (sogar deutschen Wein!), leckeres Essen und außerdem noch Bingo!! Jaaa und ich habe gewonnen und habe mir von ganz vielen Sachen was aussuchen dürfen. Ich hab mich dann für Ariel Waschmittel entschieden, weil wir bald eh mal wieder neues brauchen und ich den Rest wahrscheinlich eh nie gebraucht hätte (Gymnastikball zum Beispiel…).

Das Problem an der ganzen Sache waren nur wieder die tausend ungezwungenen Gespräche, die man dann mit irgendwelchen „wichtigen“ Leuten führen musste. Egal, für das Waschmittel hab ich das in Kauf genommen. Außerdem haben wir unsern Chinesen ziemlich glücklich gemacht. Er hat sich ziemlich gefreut, dass alle seine „O-neesans“ da waren. Übrigens war seine chinesische „Schwester“ wirklich da und er hat sie uns mit glänzenden Augen vorgestellt ^^.

Nagut, den nächsten Eintrag gibt’s zu Weihnachten! Bis denne dann, schlaft alle schön!

Nina

25.12.06 Frohe Weihnachten!

So Ihr lieben, fröhliche Weihnachten an alle! Gestern war leider viel zu viel zu tun, daher konnte ich nicht schreiben, aber dafür hab ich heute dann auch schon Fotos online gestellt und sogar einen Film 🙂

Gestern (Heiligabend) morgen ^^ haben wir erstmal alle gemeinsam gefrühstückt und uns danach dann reich beschenkt. Ich glaube ich hab mit am Besten abgeschnitten, danke an alle die das hier lesen! Ich hab wirklich coole Sachen bekommen, zum Beispiel meinen Weihnachtshamster (von dem man das Video unter Youtube sehen kann: Link) ein PSP Spiel (jetzt fehlt nur noch die PSP) und einen süßen Haarreifen von der Leslie (der jetzt nur noch getragen wird. Und natürlich noch viel mehr Kram, allein auf dem Video sieht man noch mein kleines neues Wildschweinchen (nächstes Jahr ist das Jahr des Wildschweins, ist übrigens mein Sternzeichen hier…) und dann auch noch zwei Hello Kitty Anhänger die ich bekommen habe (sie hängen am Hamster dran, nicht wundern!).

Naja, aber wir hatten auf jeden Fall schon beim Frühstück viel Spaß! Nachmittags sind wir dann zum Tokyo Tower gefahren, den wir auch erstmal knapp zwei Stunden einfach nur bestaunt haben. Es war wirklich sooo schön da, man kann das gar nicht beschreiben, ok, es waren fast nur Pärchen unterwegs dort (in Japan gehen zu Weihnachten immer Pärchen weg..) aber er war wirklich ganz toll beleuchtet und die Atmosphäre war klasse. Um 18.00 Uhr gingen dann auf einmal alle Lichter aus und es wurden Weihnachtslieder gespielt. Im Rhythmus leuchteten dann immer einzelne Teile des Turms auf. Sehr nett gemacht! Bei Interesse stell ich auch noch mal so ein Video online!

Danach sind wir noch mal nach Roppongi marschiert, da konnte man den Tower aus der Entfernung noch mal sehen und ein Einkaufszentrum ist einfach sehr schön dort beleuchtet.

Leslie, die beiden Jennys und ich entschieden uns dann aber nach Hause zu fahren und nicht mehr irgendwas in Roppongi zu essen. Der Rest der Meute blieb aber noch dort.

Mir kam dann die grandiose Idee doch in Akihabara zwischen zu stoppen und dort wieder den leckeren Ramen zu essen. So langsam wird diese Nuddelsuppe nämlich zu meiner Lieblingsspeise hier… Und außerdem gibt’s in den guten Ramenläden immer die leckeren Gyozas dazu (ohne Pfannenbrand ^^)

Naja, danach sind wir dann nach Soka und kamen daraufhin wieder auf die grandiose Idee Weihnachtskaraoke zu machen. Aus der einen Stunde wurden dann schnell zwei, weil wir diesmal den absolut genialen Partyraum hatten. Riesengroß, sicher für 15 Leute, mit großem Flachbildschirm vorne und dann noch mal einen an der Decke, damit man sich echt vorne hinstellten kann um Party zu machen. Also wir hatten den Spaß unseres Lebens!

Naja, so, das war also mein Heiligabend, heute an Weihnachten habe ich noch zwei Karten gekriegt und mich tierisch darüber gefreut 🙂 Hier kriegt man sogar Post an Weihnachten. Nagut, also was gibt’s noch zu sagen, guckt Euch das Video an und die Fotos! Liebe Grüße und noch viel Spaß bei der ganzen Völlerei! Nina

01.01.07 Frohes neues Jahr des Wildschweins!

Akemashite Omedetou! (Frohes neues!) Gestern, bei Euch um 16.00 Uhr, wurde in Japan das neue Jahr des Wildschweins eingeläutet. Zuerst hatten wir ja überlegt irgendwo groß in Tokyo wegzugehen, aber irgendwie war es dann doch zu kalt dafür die ganze Nacht draußen weg zu bleiben. Es fährt ja so spät abends keine Bahn mehr. Daher haben wir dann mit allen zusammen einfach rumgesessen, um 12 angestoßen, viele lustige Fotos gemacht und draußen irgendein Anzeichen von Feuerwerk gesucht. Leider hab ich nur ein ganz ganz mickriges am Nachthimmel entdecken können. In Japan gibt’s nämlich zu Sylvester kein Feuerwerk…

Hier feiert man das eben anders, man geht nämlich zum Tempel und begrüßt dort das neue Jahr. Wir werden uns auch gleich auf den Weg machen und uns einen Tempel anschauen.

So, nun noch zu der anderen Geschichte, Daniel ist endlich da! Das endlich bezieht sich dabei nicht nur auf die drei Monate, die wir uns nicht gesehen haben sondern auch auf den ganzen Tag den ich hier noch warten musste weil es bei Alitalia totale Probleme gab. Daniel hatte schon in Düsseldorf zwei Stunden Verspätung und hat somit seinen Anschlussflug in Mailand nicht gekriegt. Die blöde Maschine hätte wirklich nur ein paar Minuten warten müssen… Daraufhin wurde Daniel dann auf eine Japan Airlines Maschine umgebucht, die vier Stunden später gehen sollte. Er musste sich also sein Gepäck zusammensuchen, das noch mal neu aufgeben und dann ne ganze Zeit lang warten. Ich hatte hier mittlerweile Nacht und schlief in der Hoffnung ein, dass Daniel dann eben nicht um halb 12 hier ankäme sondern dann eben erst um 4 Uhr nachmittags. Ich stand also um 8 Uhr morgens auf, machte Skype an und hatte einen Anruf von Daniel auf dem Anrufbeantworter von 7.30! (Bei Euch also halb 12 nachts). Er saß immer noch in Mailand im Flugzeug fest und es gäbe wohl technische Schwierigkeiten und er wüsste noch nicht wann das was gäbe… Um neun rief er dann noch mal an, dass die Maschine immer noch stehen würde (immerhin saß er die ganze Zeit schon im Flugzeug, wenigstens etwas) und dass eben zuerst das ganze Flugzeug vereist gewesen wäre und dass danach noch die Elektrik ausgefallen wäre. Na super! Ich saß hier also in Japan und aktualisierte fleißig die Flughafen Madrid Seite ob er denn irgendwann noch mal losfliegen würde. So, lange Rede kurzer Sinn, Daniel kam endlich an, mit Gepäck, aber leider erst um kurz vor 23.00 Uhr. Unsere letzte Bahn wäre um 22:40 gefahren. Die Leute von JAL waren aber sehr hilfsbereit und hatten schon Busse bestellt (die aber leider alle nicht in unsere Richtung fuhren…) also haben wir uns nach einem Taxi umgeschaut. Taxis sind nun mal leider in Japan exorbitant teuer und die zwei Taxifahrer, die ich fragte wollten umgerechnet 200 Euro von mir haben. Nagut, Daniel sprach noch davon, dass wir vielleicht auch ein Hotelzimmer bekommen würden, wir also wieder rein, wo mich ein freundlicher Herr mit rauchiger Stimme ansprach ob ich denn ein Taxi wollte. Ich erklärte ihm meine Situation und er meinte, dass er uns für umgerechnet 100 Euro nach Soka bringen würde. Ok, das hörte sich dann schon anders an, vor allem weil Daniel noch einen Brief mitbekommen hätte, dass ihm Taxi Kosten bis 70 Euro erstattet würden und wir für die Rückfahrt sowieso gut 40 Euro bezahlt hätten. Wir fuhren dann also mit dem Privattaxi nach Hause. Wieder mal ein ziemlich cooles Erlebnis! Tokyo bei Nacht im Auto! Und wir haben nur knapp ne Stunde gebraucht, sonst braucht man immer viel viel länger. Außerdem war der Fahrer wirklich ziemlich nett und wir haben uns über coole Sachen unterhalten. Aber die Hauptsache ist eigentlich, dass Daniel jetzt endlich da ist und wir jetzt noch einen Monat zusammen haben!

15.01.2007 Jahr des Wildschweins

Wer sich gleich den Text sparen und lieber neue Bilder von neuer Digital Kamera gucken will:

Denen, die ich bis jetzt noch nicht gegrüßt habe: Frohes Neues! Willkommen im Jahr des Wildschweins J Oink! Oink! Leider musste ich erfahren, dass ich vom Sternzeichen her Vogel bin. Ich will kein Vogel sein! Vögel sind schwul!

Das mit dem Monat in Japan hat sich mittlerweile schon leicht relativiert! Jetzt bin ich schon knappe 20 Tage hier und habe mich noch immer nicht aufraffen können, in diesen Blog zu schreiben! Das geht natürlich GAR NICHT!

Japan bislang war gewohnt genial – wobei in dem „gewohnt“ leider auch etwas Langeweile drinsteckt. Beim zweiten Mal ist man halt nicht mehr so geschockt, wenn sich Verkäufer für jeden Scheiß bei einem bedanken. Oder man in Restaurants grundsätzlich kein Trinkgeld geben muss. Oder wenn der eigene Arsch auf’m fremden Scheißhaus eine wohltemperierte und klinisch saubere Toilette vorfindet. Alles Dinge, die ich bereits jetzt in Europa vermisse. Ich gehe sogar soweit zu fordern: Auch deutsche Ärsche haben Toilettenheizung verdient!

Nach meinem Horrorflug musste ich mich also vor allem erstmal ins Shimizu Mansion einfinden – die letzte Bastion einiger tapferer Deutscher, die sich hier beharrlich gegen Japan behaupten müssen. Das Ganze hat WG Charme – Nina, Simone und Ich wohnen in Raum 404, in die anderen Räume verteilen sich die bereits im Blog erwähnten Weiber ^^ Ich fühle mich hier wie der Hahn im Korb, immerhin gibt es sonst nur wenig Männers hier. Kurz gesagt: Ich muss mich mit einigen weiblichen Vorlieben auseinandersetzen, mit denen ich eigentlich nichts zu tun haben will ^^ Karaoke und Hello Kitty Horror inklusive! Das soll natürlich nicht heißen, dass hier nicht alle total charmant und nett wären… es ist halt nur dieses „Ooooh meeein Gooott wieeee süüüüß“, welches mich nachts vor Angstschweiß durchnässt aus dem Bett kriechen und draußen den Mond anheulen lässt 😉

Rumgekommen sind wir bislang schon eine ganze Menge – leider hat mich letzte Woche eine Erkältung jeden Tag außer Gefecht gesetzt. Japanische Viren sind halt ungleich grausamer und brutaler, als deutsche! Auch Nina geht es hier nicht gut – Haarausfall, trockene Haut und Kopfschmerzen sind da nur einige „nette“ Erscheinungen, denen man sich nach mehreren Monaten stellen muss. Wir Deutsche sind halt das Klima nicht gewohnt, das vollkommen chlororisierte Wasser, die laschen Gewürze und jeden Tag Weißbrot – da wundert es nicht, dass man nach seinem ersten Curry erstmal drei Stunden auf dem Klo hocken darf (welches, wie gesagt, zumindest wohltemperiert und wohlduftend ist ^^).

Akihabara war natürlich unsere erste Anlaufstelle. Dort gibt es nicht nur lecker Ramen (Nudelsuppe), sondern auch Videospiele, Mangas und Technikzeux in Massen! Bislang gehen auf mein Konto: Ein blauer Nintendo DS (komplett ausverkauft in Tokyo, genauso wie der Wii – in den Geschäften Akibas lässt sich BIS HEUTE kein Gerät mehr finden!). Eine Digitalkamera. Eine PSP in blau-metallic für Nina zum Geburtstag. Jede Menge Handheld Spiele. Final Fantasy 12, welches ich überglücklich in einem Importshop ergattern konnte. Elite Beat Angels, welches sich zum Spiel des noch jungen Jahres entwickelt (wer schon einmal „YMCA“ auf DS mit seinem Stylus im Takt getrommelt hat, während drei männliche Cheerleader einem Piratencaptain in Comicstrips zu seinem Schatz führen, der weiß wovon ich rede!!).

Das neue Jahr haben wir eher im kleinen Kreis gefeiert – der Himmel blieb an diesem Abend auch vollkommen leer und nur ganz weit entfernt am Horizont ließen sich 4 bis 6 winzige Raketen ausmachen – traurig! Und so einer schrillen und bunten Stadt wie Tokyo absolut unwürdig! Naja, die machen es hier halt anders: Familienfeiern, vier Tage Urlaub, jede Menge Geld für die Kids und Neujahrseinkäufe – hat auch was 😉

Zu Nina’s Geburtstag waren wir dann in Shinjuku – bzw. „der größte Bahnhof der Welt“. Wer sich aus dem Labyrinth herausgekämpft hat, der sollte unbedingt einmal das Rathaus besuchen! Wir sind kostenlos bis in den obersten Stock gefahren und konnten eine atemberaubende Sicht auf Tokyo bei Nacht genießen – wunderschön! Leider gab’s dort oben auch einen Hello Kitty Shop ^^

So erstmal genug getippt. Mittlerweile haben wir schon halb 1 morgens – wir müssen früh aufstehen, da es morgen per Shinkansen (Schnellzug) in die japanischen Alpen nach Nagano geht. Denke danach habe ich noch mal doppelt soviel zu schreiben – wenn ich mich noch mal aufraffen kann ^^ Bis dahin, liebe Grüße an Alle, Daniel (und natürlich auch Nina)

08.02.07 Affenreise, Praktikum

Nagut, vielleicht komme ich jetzt endlich nach einem Monat mal wieder dazu etwas in den Blog zu schreiben.

Daniel hatte ja zuletzt kurz vor unserer Reise berichtet, also werd ich wohl damit anfangen.

Zuerst waren wir für drei Tage in der Nähe von Nagano. Das kennen vielleicht einige,weil dort vor ein paar Jahren die olympischen Winterspiele waren. Unser Örtchen hieß Yudanaka und wurde mit den Zeichen für Onsen geschrieben.

Onsen sind typisch japanische Bäder. Es gibt sie eigentlich überall in Japan. In Tokyo gibt es einfach nur sowas wie öffentliche Bäder, viel beliebter sind aber Natur Onsen, die überall dort sind, wo man heiße Quellen findet.

Und natürlich gibt es auch bestimmte Regeln für Onsen, meißt sind sie je nach Geschlecht getrennt, man muß sich vorher gründlich waschen (andere wollen ja auch noch später in das Bad) und man sollte nicht zu lange drin bleiben, weil der Kreislauf sonst total absackt. Unser Hotel eigener Onsen war circa 53 Grad heiß.

Am ersten Tag unserer Reise waren wir erstmal begeistert, denn als wir eine halbe Stunde mit dem Shinkansen unterwegs waren lag schon der erste Schnee.

In Yudanaka war alles schön mit Schnee bedeckt, nur leider war das Örtchen ein absolutes Kaff. Am ersten Mittag sind wir zwei Stunden auf der Suche nach was zu Essen rumgerannt und letztendlich doch im kleinen Convini (24 Stunden Supermarkt) hängen geblieben. Dort gabs dann zwar nur Nikkuman (mit Fleisch gefüllte Teigbeutel, sehen so ähnlich aus wie Dampfnudeln), aber hauptsache eine Kleinigkeit zu essen.

Das Bemerkenswerteste an Yudanaka war eigentlich, dass alle Leute, die wir per Zufall trafen sich auf den Weg zu Onsen machten. Ich glaube, die Leute dort essen einfach nicht, sie gehen nur ins Onsen. Es gibt in Yudanaka eigentlich auch viel mehr Onsen als Restaurants…

Auf jeden Fall wurde uns am ersten Tag der Unterschied zu Tokyo drastisch bewußt. In Yudanaka war einfach gaaaaar nix los. Zum Glück hatten wir Fernsehen auf dem Zimmer ^^.

Am nächsten Tag fuhren wir dann aber zu unserem eigentlichen Ziel, den Schneeaffen. Das sind diese Affen, die man immer im Fernsehen sieht, die in den Onsen baden. Wir fuhren also 20 Min mit dem Bus bis zur Endhaltestelle. Von da aus sollten es noch 15 Min. zu Fuß sein…

In Wahrheit waren das natürlich mehr als 30 Minuten, es ging bergauf, die Wege waren vereist und total verlassen. Die meißte Zeit ging es über einen Waldweg an einem steilen Abhang entlang, ich war wirklich froh, dass ich feste Schuhe anhatte.

Zum Glück kamen uns irgendwann Leute entgegen, das bedeutete also, dass dieser Weg wirklich irgendwo hin führte.

Zum Affenpark gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer das es phantastisch war! Dort leben ca. 200 wildlebende Affen, die durch den Schnee tollen, miteinander spielen und natürlich die meißte Zeit ausgelassen baden. Ich werd wohl ziemlich viele Fotos online stellen, also macht Euch selber ein Bild 🙂

Der lange Fußmarsch hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Und nach dem zweiten Abend, als wir endlich ein gutes, offenes Restaurant gefunden hatten, sah die Welt schon ganz anders aus.

Danach dann noch der tägliche Onsen Gang und alles war wieder in Ordnung.

Der dritte Tag war nicht so spannend, wir waren in Nagano, aber tja, was soll man groß dazu sagen, war irgendwie eine Stadt wie viele andere.

Am nächsten Tag fuhren wir dann von Nagano aus nach Nagoya. Nagoya ist eine der größten Städte Japans und eigentlich nur dadurch berühmt, dass dort das Pachinko Spiel erfunden wurde. Unser Hotel machte von außen einen tollen Eindruck, auch die Rezeption war klasse, nur die Zimmer waren, najaaa.. Also im Vergleich zu dem riesengroßen Hotelraum mit Tatami Matten in Yudanaka war das nun wirklich nichts, aber wir wollten ja auch nur für zwei Nächte bleiben. Außerdem genoßen Daniel und ich Pay Tv. Wir zogen uns eine Karte für 6,50 € und guckten ziemlich viele Filme, die ich in letzter Zeit verpasst hatte.

Am nächsten Tag erfüllte sich endlich Daniels Traum vom Nagashima Spa Land, ein Vergnügungspark, 40 min. von Nagoya weit weg mit einer riesigen Achterbahn.

Eigentlich ist das nicht nur ein normaler Freizeitpark, es gibt auch einen riesengroßen Onsenbereich und einen Wasserpark, der aber nur im Sommer geöffnet ist (leider!!!).

Die riesengroße Achterbahn Steel Dragon bricht irgendeinen Rekord, ich vergeß das immer, weil ich irgendwie schon auf zu vielen war, die Rekorde brechen. Ich glaub diesmal war es die längste Achterbahn der Welt (mit über 2 km. Länge). Die Fahrt dauerte auch wirklich lange, der erste Hügel war größer als das Riesenrad im Park und man hatte von oben nen tollen Blick auf das angrenzende Meer ^^

Leider war nur die andere große Achterbahn geschlossen, weil sie zu dem Zeitpunkt gerade renoviert wurde. Naja, wann sollen die das auch sonst machen als im Winter.

Aber der Parkbesuch hat sich auch so total gelohnt 🙂

Nagut, das war nun der größte Teil der Reise, eigentlich reichts auch nur, wenn Ihr Euch die Fotos anguckt… Nett, dass ich das jetzt erst sage, nachdem ich so viel Schmu geschrieben hab, nö? Man gewöhnt sich hier in Japan übrigens die seltsamsten Redegewohnheiten an, Daniel hat sich am Anfang halb schlapp gelacht, als ich bei Gesprächen immer fleißig mit dem Kopf genickt hab und alles immer mit Wörtern wie: ahja, soso, hmmm, usw. begleitet hab. Jenny und ich machen das jetzt schon dauernd wenn wir miteinander reden, ich glaub das fällt uns gar nicht mehr so stark auf.

Jetzt ist Daniel schon eine Woche weg, was heißt, dass ich jetzt auch schon eine Woche lang mein Praktikum mache. Ich fühl mich hier, bei Abc Enterprises richtig wohl, es gab letzte Woche super viel zu tun, weil in nächster Zeit so viel ansteht, aber ich bin auch gerne länger geblieben.

Ich arbeite ja jetzt mit der anderen Jenny (ich glaub ich nenn sie einfach Jenny B., das ist dann einfacher) zusammen. Wir haben schon viele Sachen zusammen gemeistert 😀

Abc Enterprises ist eine kleine Firma, die sich vor allem auf Messen spezialisiert hat. Wir arbeiten eng mit der Messe Nürnberg zusammen und planen und organisieren Messen in Japan und in Asien. Zum Beispiel gibt es die Biofach in Nürnberg, in Japan und bald auch die erste in China. Die Biofach Japan ist immer ein Höhepunkt hier und letztes Jahr hatte Steffi die Chance, daran teilzunehmen, als sie das Praktikum bei Abc gemacht hat.

Nächste Woche ist die Messe in Nürnberg und wir organisieren eine Tour durch Deutschland, die Akiko (Angestellte von Abc) mit einigen Japanern macht. Da gibt es natürlich ziemlich viel zu tun, Bus organisieren, Hotels und Restaurants buchen, ein Rahmenpogramm aufstellen. Mittlerweile haben wir die Sache in den Griff bekommen und auch wenn immer wieder noch einige Sachen unklar sind, haben wir das meißte schon fertig. Akiko ist glaub ich ziemlich froh, wenn das alles vorbei ist. Sie gönnt sich danach erstmal eine kleine Pause und fährt danach noch rum.

Ansonsten waren diese Woche Dienstag noch zwei Pressekonferenzen. Dafür gab es dann auch noch einiges zu tun, ich sollte den Beamer und den Laptop checken (ich gelte hier schon als der Technikspezialist, lol) und wir mußten die Pressemappen vorbereiten. Also Sachen zusammenordnen und alles in schöne Tütchen packen. Am Tag selber sollten wir dann die Gäste begrüßen, Visitenkarten einsammeln und die Personen auf der Namensliste anstreichen (gar nicht so einfach, wenn das alles nur auf japanisch dort steht).

Die erste Pressekonferenz ging über die Nürnberger Messe, also welche Messen dort veranstaltet werden und so weiter. Danach konnten wir uns erstmal am Buffet bedienen und die leckeren Desserts genießen. Unser Teil der Arbeit war dann eigentlich schon erledigt, weil die zweite Pressekonferenz von jemand anderem organisiert wurde und nur noch über die Biofach ging.

Und weil alles so gut geklappt hat, hat Herr Kuhlmann (noch gar nicht erwähnt, aber mein Chef) uns dann auch früher gehen lassen 🙂

Ok, ich schlaf grad schon wieder ein, ich merke, so ein acht Stunden Job schlaucht doch ganz schön, auch wenn wir einige Pausen machen.. Dazu kommt dann aber noch jedes Mal Hin- und Rückfahrt von jeweils 45 Min, was sich ab und zu auch ziemlich hinzieht. Aber zum Glück hab ich ja Jenny B. mit der ich quatschen kann ^^ und sehr gut, dass wir erst um halb elf hier anfangen, damit wir der Rush hour entgehen. Ich könnte mir gar nicht vorstellen wie das wäre, wenn ich mich da jeden Tag reinquetschen müsste.

Naja, ok, das war jetzt einiges, morgen wird ich noch die Fotos online stellen. Machts gut und schreibt mal wieder! Chö, Nina

16.02.2007 Opinio Bildershow und Kabuki

So, da bin ich wieder, eigentlich wollte ich nur eben Bescheid sagen, dass Daniel ziemlich viele Fotos auf http://www.opinio.de online gestellt hat ^^ Da kann man also viele viele Schneeaffen Fotos sehen, die ich immer noch nicht online stellen konnte, öhöm ^^

Außerdem hat er noch nen kleinen Artikel verfasst, vielleicht schaut Ihr ja einfach mal rein. Ihr müsst auf Opinio einfach nur an der rechten Seite eine Bilderschow anklicken, wenn sich das Fenster öffnet könnt Ihr dann direkt Daniels Bildershow öffnen.

Alle Reiseberichte von ihm stehen übrigens in der Reiserubrik unter Japan 😉 also da sind dann auch die von vor zwei Jahren dabei…

Und dann kann ich auch nochmal eben vom Kabuki berichten. Montag war der Grünungstag Japans, also ein Feiertag, und wir hatten vor einmal das „traditionelle“ japanische Theater zu besuchen. So traditionell ist Kabuki eigentlich gar nicht, eigentlich hat es seinen Ursprung in erotischen Tänzen, die meistens in Prostitution ausarteten. Deshalb wurde irgendwann das Auftreten das Auftreten von Frauen verboten. Seit dieser Zeit übernehmenm junge Männer die Frauenrollen. Außerdem galt das Kabuki eher als vulgär und moralisch minderwertig gegenüber dem Vorbild des klassischen No Theaters. No orientierte sich eher an dem Ehrenkodex der Samurai und war eher trocken und gefühlslos. Erst als Kaiser Meiji eines Tages Kabuki sah wurde es als japanisch anerkannt… Soviel also zu der langen Kultur ^^

Da wir wußten, dass viele Leute Kabuki begeistert sind fuhren wir also Montag morgen schon ganz früh los um uns noch Karten zu sichern. Normalerweise dauert eine Kabuki Vorstellung von 11 Uhr morgens bis 21 Uhr abends!!!! Die Leute richten sich also schon darauf ein und nehmen sich ihr Essen und Trinken mit ihn den Saal.

Viele kommen aber auch nur für die späteren Aufführungen, weil dann die „Topstars“ des Kabuki erst auftreten.

Nunja, wir wollten aber nur einen Einblick in das Kabuki kriegen, also nahmen wir uns nur eine Karte für einen Akt. Das geht zum Glück auch ^^ Zuerst wollten wir drei Akte nehmen, aber das hätte dann sofort 4 Stunden gedauert und im Endeffekt bin ich auch ziemlich froh, dass wir uns für nur eine Stunde entschieden haben.

Wir hatten natürlich nicht so tolle Sitzplätze, die Tageskartenbesitzer sitzen viel näher dran und haben wahrscheinlich auch gemütlichere Sitze. Wir Europäer hatten nämlich ziemliche Probleme unsere Knie irgendwo zu verstauen…

Das ganze Fing dann an mit einer Puppe, die länger als 10 Minuten alle Darsteller aufgesagt hat. Man muß sich das so vorstellen, als ob jemand einem den Abspann eines Films vorliest gäääääähn Naja, das lustige daran war, dass zwischendurch immer spontane Rufe aus dem Publikum kamen, ich denk mal, dass kam immer bei bekannten oder beliebten Schauspielern.

Danach wurde dann 5 Minuten lang der Vorhang aufgezogen. 5!!!! Minuten lang, das muß man sich mal vorstellen, alle 10 Sekunden ein paar Centimeter mehr, waaaah ich wär fast ausgeflippt, immerhin hatten wir doch nur eine Stunde ^^

Naja, dann fing auf jeden Fall das Stück an und die Story des ersten Aktes war… naja…. Es ging um einen Helm, das konnte ich raushören ^^ Bei dem Rest hat mir Jenny gut geholfen, sie hatte sich nämlich ein einglisches Earphone für die Vorstellung besorgt, es wurden dann über einen bestimmten Kanal alle wichtigen Sachen übersetzt und Infos gegeben.

Die Bühnengestaltung war natürlich ganz toll und auch die Kostüme waren wunderschön. Manche der Darsteller hatten extra Gehilfen, die deren Kleider auf der Bühne richtig zusammenlegen mußten. Diese Leute waren ganz in schwarz gekleidet und wenn die eigentlichen Darsteller aufstanden versuchten diese Schattenmenschen sich irgendwie in der Bühnendeko zu tarnen und von der Bühne zu verschwinden ^^

Schon ganz interessant…

Najaaaa, ok, auf jeden Fall haben Jenny und ich uns jetzt entschlossen uns noch etwas gaaanz anderes anzugucken und zwar: „Takarazuka“. Das ist quasi die Antwort auf Kabuki, es spielen dabei nur Frauen mit und es werden keine traditionellen Geschichten aufgeführt, sondern moderne Musicals.

Natürlich übernehmen die Frauen dann auch die Männerrollen ^^

Jenny hat darüber ein Referat im Unterricht gehalten und seitdem wurd irgendwie auch mein Interesse dafür geweckt. Also haben wir uns heut morgen zwei Karten für den 20.03. geholt, ich bin ja mal gespannt!!

Das lustige ist nämlich, dass irgendwie alle japanischen Frauen mit denen wir sprechen, Freundinnen haben, die wiederum Freundinnen haben, die dort mittanzen oder singen.

Das war schon bei der Lehrerin so, bei der das Referat gehalten wurde, und jetzt auch noch bei Frau Nakamura 🙂

Karten waren jetzt auch nicht so billig, aber ist ja typisch für ein Musical. Nagut, also darüber werd ich dann wohl auch einiges zu berichten haben!

Heute morgen habe ich von Sandra Besuch aus Kyoto bekommen. Ich hab sie vorm Praktikum noch beim Bahnhof abgeholt und wir sind dann alle zusammen (also mit Jenny ^^)wieder los. Nach dem Praktikum (wos grad nicht so viel zu tun gibt, daher kann ich auch schreiben ^^) treffen wir uns dann noch mit der anderen Jenny in Roppongi und gehen dort ins Hard Rock Cafe, yeaaah ich freu mich schon 🙂

Ok, das wars dann von mir, liebe Grüße aus der Ferne, noch circa 11 Wochen ^^

Nina

20.02.2007 Mein Wochenende

Hey, ich komm jetzt wirklich öfters zum Blog schreiben. Nur hab ich immer noch keine Fotos online gesetzt, wääääh, aber die kommen noch, ganz sicher! Dieses Wochenende habe ich mir nämlich selber Hausarrest erteilt, damit ich endlich mal wieder gesund werde. Hänge jetzt seit 2 Wochen schon mit Schnupfen und dann wieder Husten und wieder Schnupfen rum und so langsam hab ich da keine Lust mehr drauf. Ich will endlich mal wieder gesund werden!!!

Das Wochenende war Sandra bei mir zu Besuch und es war wirklich klasse. Freitag abend waren wir noch mit den beiden Jennys im Hard Rock Cafe und danach noch grandiose 2 Stunden Karaoke singen. Soviel Spaß hat es schon lange nicht mehr gemacht! Nur leider hatte ich die Tage danach ziemliche Halsschmerzen, also ab jetzt wieder Karaoke Verbot…

Samstag sind wir dann alle Shopping Bezirke abgeklappert, zuerst das Elektronikviertel Akiba, danach dann das teure Viertel Ginza und danach noch nach Shibuya, dem Jugendviertel. So langsam krieg ich Sandra wirklich dazu, dass sie Tokyo mag!! Hehe… Nagut, sie hat es ja auch geschafft, dass ich Kyoto ein paar Sympathien entgegenbringen kann.

Sonntag haben wir dann einen tollen Ausflug mit Jenny K. und den drei Japanern vom Deutschclub nach Disneyland gemacht! Ich war ja schonmal mit Daniel dort, aber dieses mal wars auch seeeehr lustig.

Leider hat es morgens noch ziemlich geregnet, aber nachmittags hat es sich dann zum Glück wieder aufgeklärt.

Am Besten waren eigentlich die Achterbahn und Wasserbahn Fahrten mit Seiya, weil ihm so kalt war und er auch ein wenig Angst vor den Bahnen hatte und die ganze Zeit auf der Fahrt immer die genialsten Sprüche gerissen hat.

Aber es war wirklich eine tolle Gruppe, weil immer alle mit auf die Geräte gekommen sind. Ich stell wahrscheinlich auch unser Bild von der Wasserbahn online, laßt Euch überraschen!

Leider ist Sandra dann Montag abend wieder nach Hause gefahren, aber ich hab ja Praktikum und das war auch alles ziemlich anstrengend für mich. (Montag hab ich mich gefühlt, als wär ich knapp vorm sterben…)

Zum Glück dauerts ja nur noch eine Woche bis meine Eltern da sind! Dann hab ich ja auch frei beim Praktikum und werd mit ihnen viel unternehmen. Und wir fahren unter anderem ja auch nach Kyoto, also werd ich Sandra dann wiedersehen o

Ok, machts gut, schreibt mir und ööööhm ja,

achso, falls mir irgendwer noch Post schreiben möchte, ich bin nur noch bis zum 11.03. in meiner alten Wohnung, danach ziehe ich um und werd auch meine neue Adresse posten.

Chöööö, Nina

23.02.2007  Neue Fotos!

Hi Ihr,

ich hab es endlich mal geschafft neue Fotos online zu stellen. Zwei ziemlich große neue Ordner gibts hier: http://photos.yahoo.com/conina83

Ansonsten gibts nicht so viel neues, nur dass nächste Woche meine Eltern kommen, juchuu ^^

08.03.2007 Totally lost in translation

Papa und Mama sind ja grade bei mir in Japan, hier ein kurzer Bericht von Papa:

Konichiwadingens und Sayonara aus Nipponland

Unser Hinflug war ja überraschend angenehm. Alles inclusive : 3 Gänge Menü , Spitzen französische Weine , Muschelschalensitze zum Ausfahren auf denen man nachts tatsächlich schlafen kann ( man wird eigentlich nur wach weil mal wieder eine Stewardess mit einem Tablett voller Getränke neben einem steht ) , schwuler englischer Stewart , Ganzkörpermassage , oben ohne Stewardessenbediehnung …ok ok jetzt geht meine Fantasie mit mir durch usw usw

Vom ersten Augenblick an war hier alles voll interessant . Deshalb hier ein kleiner Überblick zu Land und Leuten.

Der typische Japaner heißt Ken,sieht in jungen Jahren aus wie ein Mädchen , trägt bevorzugt bunte Klamotten ( schwarz,grau oder braun ) und schläft am liebsten in der U-Bahn. Dort spielt sich übrigens in den meisten Fällen auch sein Sexualleben ab.

Die typische Japanerin heißt Miko , telefoniert am liebsten in der U-Bahn,trägt als Schulmädchen mit wachsendem Alter immer kürzer werdende Röcke und versucht verzweifelt , hübscher auszusehen als die jungen Männer.( in den meisten Fällen ohne Erfolg )

Auch kulinarsch hat das Land einiges zu bieten . Man hat eigentlich immer die Wahl zwischen totem Fisch mit Reis , totem Fisch mit Nudeln oder totem Fisch mit nicht ganz so totem Fisch . ( Tatsächlich ist das Essen hier fabelhaft )

Getränkemässig geht hier auch so einiges ab . Durchaus trinkbar Asahi Dry Beer Eher nicht zu empfehlen – japanischer Whisky – Suntory All Malt Ich hab immer noch nicht rausgefunden, was da so drin ist irgendwo ist auch Whisky dabei Kirin – 50 % ( The gift from Mt. Fuji ) Die 50 % verteilen sich wie folgt : 15 % Sumo Ringer Schweiß 15 % grüner Tee 17 % Terpentin 3 % Whisky ( Racke Rauchzart ? )

Eine unserer ersten Touren ging nach Nikko . Hin mit dem Local Train ( hält an jeder 2. Milchkanne ) Witzig unterwegs der ältere Japaner , Baseballkappe auf dem Kopf . Aufschrift : MSS Arziona , darunter ein Bild vom Schiff , darunter Pearl Harbour , Hawaii

In Nikko haben wir die berühmte World Heritage Tempelanlage mit den 3 Affen besichtigt ( nichts sehen , nichts hören , keine unanständigen Lieder singen ) Gott sei Dank haben wir auf dem Rückweg den Rapid Express Train erwischt ( hält an jeder Milchkanne und trinkt sie anscheinend auch noch aus )

Überhaupt Bahn und U-Bahn Fahren – liebste Freizeitbeschäftigung hier. Mach Dir ein paar schöne Stunden – fahr mit der U-Bahn . Man braucht sich ja nicht zu langweilen. Ich spiel immer Japaner – Bingo: Wie viele Japaner , die einem in der U-Bahn gegenübersitzen, schlafen unterwegs ein ?

Direkt nach dem Einsteigen beginnt der Japaner auf seinem Handy rumzutippen,seinen Game-Computer zu malträtieren oder sein mitgebrachtes Buch zu lesen ( Immer mit neutalem Schutzumschlag , damit die anderen nicht mitbekommen ,was er wieder für einen Schweinkram liest ) Nach wenigen Minuten sinkt er aber,von dieser schrecklichen Anstrengung ermattet , vornüber und gleitet über in süßen Schlummer . Manchmal fällt sein kleines Köpfchen auch hintenüber. . Oder er legt es auf deine Schulter,sanft und leicht uns schnorchelt leise vor sich hin.

Merke – Auch ein Japaner ist ein Mensch und braucht hin und wieder ein bißchen Zärtlichkeit.

So, ab hier ist erst mal Ende von Papas Beitrag. Wir waren danach auch noch in Kyoto, super Wetter, alle tollen Tempel sowie das Himeji Schloss gesehen, Fotos gibts sobald ich in der neuen Wohnung bin. Noch hab ich da erstmal keine Lust zu ^^

Meine neue Adresse lautet übrigens:

Sakura House Asakusa Iriya, Room 205

3-16-7 Matsugaya, Taito-ku

11-0036 Tokyo

Japan

oder aber auf japanisch:

サクラハウス、浅草、入谷,205番

3-16-7、松が谷、台東区

11-0036東京

日本

Also muß denk ich mal nicht unbedingt auf japanisch drauf stehen, aber ihr merkt, ich würd mich wirklich seeeeeehr über Post freuen. Immerhin bin ich noch gut zwei Monate hier!

Nagut, ich meld mich wieder nach dem Umzug, wird sicher noch stressig genug,

liebe Grüße,

Nina

12.03.2007 Umzug

So, jetzt ist die schöne Zeit mit den Eltern leider wieder vorbei. Das waren wirklich tolle 11 Tage!! Und anscheinend waren sie ja doch ein wenig begeistert von Japan. Leider sind die beiden Samstag aber weiter nach Tasmanien geflogen, wo sie das nächste Abenteuer erwartet. Ich bin schon mal gespannt was die beiden danach alles zu erzählen haben.

Samstag ging dann auch schon mein Umzug los. Ich hatte den Mann von der schwarzen Katze (ein absolut genialer Lieferdienst) für 17.00 bis 19.00 Uhr bestellt und der gute kam auch ganz pünktlich um 10 nach 5 bei mir an. Zuerst hatte ich ja überlegt nur meinen Koffer und ein ganz schweres Paket mit ziemlich vielen schweren Lebensmitteln und Shampoos und so weiter zu verschicken, aber dann kam ich um 10 vor 5 noch auf die glorreiche Idee mir doch auch noch meinen einen Plastik Schubladen Schrank zu schicken.
Ich wusste ja, dass die neue Wohnung klein war, also dachte ich mir, dass sich das Ding dort ziemlich nützlich machen würde.
Also schmiss ich kurzerhand noch alles restliche Zeug hinein, die ganzen restlichen Lebensmittel sowie eine Bettwäsche und schon klingelte der Katzenmann an der Tür.
Nachdem er das Schubladending begutachtet hatte nickte er mir nur typisch japanisch zu und meinte er würde auch das mitnehmen.
Und das allerbeste, für diese ganze Schlepperei von Tür zu Tür hab ich jetzt für mehr als 60 Kilo 4100 Yen bezahlt, also etwas unter 30 Euro…
Dafür hätte ich das nie im Leben selber schleppen wollen.
Sonntag kam dann um 12 Uhr jemand von der alten Vermietung und guckte sich den Zustand der Wohnung an. Natürlich war alles in Ordnung und ich musste schweren Herzens den Schlüssel abgeben. Mensch ich hab nur soooo wenig Miete gezahlt und die Wohnung war soooo riesig!!
Naja, aber mir gefällt die neue Bude auch wirklich sehr sehr gut. Auch wenn ich mir die Dusche und das Klo teilen muss, es ist alles sehr sehr sauber und mein Zimmer find ich auch sehr niedlich. Ich denk mal, dass ich es hier schon noch die letzten beiden Monate aushalten werde.
Ich plane jetzt schon die schwarze Katze wieder zu engagieren, wenn ich ausziehe, die bringen die Koffer ja auch zum Narita Flughafen, hehe. Naja aber das ist ja noch ein wenig hin.
Natürlich war heute dann auch schon wieder der erste Praktikumstag, aber man kommt hier ja schnell wieder zurecht.
Ist grade ein wenig eng hier, daher sitze ich jetzt an Herrn Kuhlmanns Pc, der ist nämlich grade auf einem Asean Kongress.
Naja morgen geh ich erstmal mit Akiko auf die Foodex Messe. Mal schaun was mich da so erwartet!
Liebe Grüße, Nina

15.03.07 Foodex 2007

Sooo, da bin ich wieder. Wollte eigentlich nur schnell berichten, dass ich auf der Foodex war. Foodex ist eine riesengroße Lebensmittel und Getränke Messe und jeder von uns Praktikanten sollte Akiko jeweils einen Messetag begleiten.

Am Dienstag, dem Eröffnungstag sollte ich auch direkt mitkommen. Ich druckte uns eine Liste aus mit allen Ausstellern, die eventuell an der Biofach Japan interessiert wären und musste tausend Informationsbroschüren mitschleppen. Nagut, es waren keine tausend, aber es war unheimlich schwer.

Dort angekommen musste ich erstmal ne ziemlich lange Zeit auf Akiko warten und konnte mir das gesamte Publikum mal anschaun. Mensch also Kleiderzwang gabs dort wirklich nicht, ich sah sogar ein Mädchen in kurzen Hosen, Trägertop und Flip Flops… (aber sie war keine Japanerin!!)

Aber erstaunlich fand ich, dass obwohl die Messe nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war (weils eigentlich eine Fachmesse ist), trotzdem so viele otto- normal Verbraucher dort hinkamen. Der größte Teil des Publikums bestand wirklich aus ganz normalen Leuten, die einfach nur Essen probieren wollten ^^

Naja, wir hatten ja unsere Tickets, mehr oder weniger, Akiko hatte ihres nämlich vergessen. Aber Akiko ist ja zum Glück ziemlich redegewandt und konnte die gute Frau am Eingang überzeugen sie doch noch reinzulassen.

Und dann ging das Gerenne los. Von einem zum nächsten Stand, überall gab es das feinste Essen überhaupt und so viele verschiedene Tees hab ich auch noch nie vorher probiert. Irgendwann waren wir wirklich kaputt, aber es ging immer noch ein paar Stunden mit Volldampf weiter…

Lustig war zum Beispiel ein Stand, aus Kanada, Prince Edward Island. Es ging dort um Marmelade von der „Anne of Green Gables Farm“ bei uns auch bekannt als Anne mit den roten Haaren. Ich hab damals den Anime gesehen und konnte mich auch noch dran erinnern, dass meine Eltern auch schonmal auf dieser Farm waren. Papa erzählte nämlich, dass es dort so viele bescheuerte Japaner gab, die ganz begeistert von dieser Farm waren.

Naja, jedenfalls erzählte ich dem guten Kanadier, dass meine Eltern schonmal auf dieser Farm waren und er war ziemlich begeistert. Und ich glaube Akiko konnte ihn wirklich überzeugen, dass es ziemlich gut sei auf der Bio Fach Messe in Japan im Oktober auszustellen, hehe.

Öhm ja, das wars eigentlich auch schon fast, es gab dort viel Essen und Getränke, ich hab glaub ich dreimal Eis probiert, diverse Tees und auch Honigsorten waren dabei. An einem Stand konnte man sogar Mirin (Kochsake) trinken, was man eigentlich normalerweise nicht macht… Aber er schmeckte fast so süß wie Honig, da ging das schon in Ordnung.

Nagut, also mir gehts immer noch super in der neuen Wohnung, gestern haben sich die Eltern gemeldet (wenn auch nur für kurz…), denen gehts auch gut in Tasmanien und ich konnte ziemlich lange mit Miriam und Stephan telefonieren.

Denkt dran, ich hab eine neue Adresse und der Briefkasten will gefüllt werden, höhö ^^ Und es sind jetzt weniger als zwei Monate, bis dass ich wieder nach Deutschland komme, schon seltsam…

Gaaaaaanz liebe Grüße, machts gut im frühlingshaften Deutschland!

Nina

Ps.: Hab grade einen kleinen Autounfall hier erlebt…. Ich stand an einer großen Kreuzung und ein LKW versuchte einen PKW Fahrer zu überholen, aber das war wohl etwas zu eng bedacht und er säbelte ihm glatt den Außenspiegel ab. Nunja, meint ihr es wär irgendeiner von den beiden stehen geblieben?!? Nööö, natürlich nicht, hatten es wahrscheinlich eilig oder so. Ich sah mich nur um und blickte in die Gesichter von vielen verdutzten Japanern…. Aber als es dann endlich grün an der Ampel war achtete irgendwie keiner mehr auf den abgefahrenen Spiegel…

16.03.07 Und schon wieder neue Fotos!

Huhu,

also ich hab gestern abend nochmal neue Fotos online gestellt. Sind jetzt Papas und meine von der Zeit wo die beiden in Japan waren. Hier der Link: http://photos.yahoo.com/conina83

Ansonsten gibts noch nicht so viel neues, ich habs endlich geschafft Herrn Kuhlmanns PC zu reparieren und heute abend gehts Karaoken!!! Juchuu ich freu mich schon! Es ist sozusagen Heiligabend Revival Karaoke, genau die gleiche Besetzung wie damals. Nur leider wird es wahrscheinlich Jenny Bs letztes Mal Karaoke sein schnüff weil sie ja in anderthalb Wochen wieder nach Hause fliegt.

Nagut, also habt Spaß und bis bald,

Nina

23.03.07 Takarazukaaa

Hi ihr, also heute muss ich wirklich mal von meinem Takarazuka Besuch berichten. Und dafür muss ich ein wenig weiter ausholen…

Jenny B hatte während der Unizeit eine Präsentation darüber gemacht und schon bei der Vorbesprechung (ich sollte am gleichen Tag wie sie das Referat halten) wurde mein Interesse geweckt.

Wir saßen dort mit der Lehrerin und Jenny sprach das Thema an und die Lehrerin sofort (obwohl sie sonst eigentlich immer ein ziemlicher Drache war): „Oooooh, Takarazuka, die Freundin meiner Freundin macht da mit. Das find ich ja interessant!“

Aaaaalso hier jetzt was das ganze eigentlich ist:

Takarazuka ist eigentlich eine Stadt in der Nähe von Osaka, aber vor allem bekannt für die Takarazuka Revue. Die Besonderheit dieser Musicalgruppe ist, dass sie nur aus Frauen besteht. Selbst Männerrollen werden von Frauen übernommen (und das macht die Sache eigentlich erst so interessant!). Takarazuka ist einfach ein absoluter Gegensatz zum traditionellem japanischem Kabuki (Nur Männerrollen, ziemlich, öhöm… dröge).

Hier ein Auszug aus Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Takarazuka_Revue)

„Neben der Faszination des „Spiels mit den Geschlechtern“ ruft eine romantische und märchenhafte Kulisse eine Traumwelt hervor, die oft fern ab jeglicher Realität liegt. Durch die Inszenierung der Musicals Elisabeth sowie Die Rosen von Versailles erlangte das Ensemble auch außerhalb Asiens Aufmerksamkeit.“

Elisabeth ist ja dieses berühmte deutsche Musical und da die Japanerinnen die Story so toll fanden, haben sie es für die Takarazuka Revue quasi umgeschrieben.

Und die Rosen von Versailles kenne ich schon länger als den Anime: Lady Oscar.

Ok, jetzt aber zu den echt irren Eigenheiten von Takarazuka. Die Ausbildung ist natürlich super streng und es gelten auch sehr strenge Verhaltensregeln…. Die Darstellerinnen dürfen keine Partner haben und müssen noch Jungfrau sein (kein Scherz!!).

Nuuuunja, ziemlich sektenmässig, aber die Sache ist trotzdem toll… Nachder zweijährigen Ausbildung werden die Mädchen dann entweder in Frauenrollen (musumeyaku) oder die beliebteren Männerrollen (otokoyaku) eingeteilt. Dann bekommen sie auch alle ihre Künstlernamen, die „Männer“ natürlich Männernamen.

Es gibt fünf verschiedene Gruppen, jede Gruppe, bzw. jedes Ensemble hat mehrere hundert Mitglieder.

Es gibt so viele Gruppen, damit möglichst viele verschiedene Stücke im Jahr aufgeführt werden können an beiden großen Takarazuka Theatern, das eine natürlich in Takarazuka und das andere in Hibiya in Tokyo, ziemlich nahe dem Kabuki Theater.

Die Namen der Gruppen sind ziemlich niedlich:

Hanagumi (Blumengruppe)

Tsukigumi (Mondgruppe)

Yukigumi (Schneegruppe)

Hoshigumi (Sternengruppe)

Soragumi (Kosmosgruppe, letzte 1998 entstandene Gruppe)

Öhm ja… Ok, das jetzt so als Einführung, jetzt am Besten zu unserem Takarazuka Abend. Jenny und ich hatten uns ja schon über einen Monat vorher die Karten für die Revue besorgt. Natürlich waren wir diesmal nicht so knausrig, weil wir was sehen wollten (nicht so wie beim Kabuki mit den billigsten Plätzen). Also entschieden wir uns für die zweitbeste Kategorie für 8000 Yen pro Karte… Öööhm circa 55 Euro?

Als wir ankamen sahen wir eigentlich nuuuuur Hausfrauen, ziemlich lustig, das Stück wird auch öfters nur morgens aufgeführt, immer so ab halb elf, naja ziemlich gut für die Zielgruppe ^^

Das ganze Theater war ziemlich schick, überall roter, weicher Teppich und auch die Bühne sah sehr toll aus.

Jenny hatte vorher schon bemerkt, dass wir das entweder ganz toll finden würden oder aber schreiend den Saal verlassen würden also saßen wir gespannt in unseren Sitzen, als der Vorhang endlich aufging.

Und oh man, ich kann das gar nicht beschreiben, ich hatte wirklich ab dem ersten Moment total Gänsehaut. Das war sooo genial, die können alle ganz toll singen und tanzen und naja, die Männerrollen sind auch phantastisch gespielt. Natürlich ist das Makeup erstmal gewöhnungsbedürftig, aber ich bin ja schon ein bisschen abgehärtet, da ich schon ein halbes Jahr hier bin…

Die Story war auch sehr lustig und eigentlich leicht zu verstehen, wir hatten uns die Geschichte aber auch schon vorher auf Englisch durchgelesen. Es war ein Musical über die Erbauung des Eifelturms in Paris, mit dem Namen: Höher als der Himmel über Paris.

Nach gut anderthalb Stunden ging das Stück ziemlich abrupt zu Ende und Jenny und ich waren ziemlich geschockt, wie schon alles vorbei? Ich fühlte mich als wär ich in einem Anime oder einem Disneyfilm und auf einmal gab’s ne halbe Stunde Pause.

Jenny und ich genehmigten uns also zur Entspannung erstmal ein Softeis, es gab im Theater nämlich eine ziemlich große Menge an Süßwarenartikeln (war ja eben alles für Frauen ^^)

Und dann ging es weiter, aber diesmal mit dem „Fancy Dance“ (auf japanisch: fantschi dahns)

Das waren jetzt viele verschiedene kleinere Episoden mit vielen Tanzstylen, von Jazzdance über Bauchtanz alles dabei. Und natürlich wieder tausend Kostümwechsel und so weiter und so fort…

Ich wunder mich jetzt noch wie „der Hauptdarsteller“ sich so flott umziehen konnte…

Naja, also ich war ziemlich begeistert, bis auf die letzte Szene, da traten nämlich die drei Haupt“männer“ sowie die weibliche Hauptdarstellerin in Pfauen-artigen Kostümen auf. Ich hab mich vor Lachen gar nicht mehr eingekriegt….

Ok, also das war jetzt ziemlich lang, aber wir waren eben auch wirklich beeindruckt. Absolut genial, ich kann’s nur jedem anraten (obwohl, Männer sollten sich das schon gut überlegen, dahin zu gehen^^)

Macht’s gut, schöne Grüße,

Nina

Ps.: Fotos gibts übrigens auch ein paar, ihr wisst ja wo

26.03.07 Erdbeben in Japan

Hallo Ihr,

wollte nur schnell Bescheid sagen, dass es mir gut geht und ich von dem großen Erdbeben gar nichts mitbekommen habe…
Ich war das Wochenende bei Fumiko und Lisa und wir waren sehr verwundert, als die Meldung auf einmal im Radio lief. Wir haben nicht ein einziges Wackeln mitgekriegt.

Außerdem hab ich gesehen, dass es die Nachricht auch auf Spiegel.de und sogar in der Tagesschau gab.
Bei dem Erdbeben der Stufe 6.irgendwas wurden über 100 Personen verletzt und eine Frau starb, weil sie von einer Laterne erschlagen wurde.
Aber in Tokyo und Umgebung war eigentlich nichts von diesem Erdbeben zu spüren.

Nagut, ich hoffe mal, dass ich die nächsten anderthalb Monate kein großes Erdbeben mehr mitkriege, drückt mir die Daumen!!

05.04.07 Rückflugtermin und Kirschblüte

Da ich mich so lange nicht gemeldet hab wird es Zeit mal wieder in den Blog zu schreiben.

Aaaalso erstmal das wichtigste: Ich hab endlich einen festen Rückflugtermin!!! Also ich komme am 11.05. um 18:15 in Düsseldorf an!

Los flieg ich hier am gleichen Tag morgens um 11:40 Ortszeit, etwas früh, aber dafür komm ich dann ja auch ziemlich früh an.

Am Donnerstag davor werd ich dann aus meiner Wohnung ausziehen, man kann die Abnahme der Wohnung nämlich immer nur zwischen 10 und 17 Uhr machen und das würd gar nicht gehen bei der Abflugszeit.

Ich hab mir auch schon ein Hotel ganz nah am Flughafen (wenn man nicht sogar IM FLUGHAFEN sagen könnte…) gebucht, dadurch hab ich dann am Abflugtag selber gar keinen Streß.

So, aber bevor ich abfliege gibts natürlich noch einiges zu tun, noch gut 3 Wochen Praktikum und dann muß ich noch irgendwie die golden Week (eine Woche frei für ganz Japan…) überstehen.

Und ein wenig ausspannen und verreisen wollte ich ja eventuell auch noch.

Insgesamt sind das also noch knapp 5 Wochen für mich hier.

Jetzt aber erstmal noch zu einem Event, was eigentlich schon fast wieder vorbei ist. In Japan hat die Kirschblüte angefangen zu blühen.

Hört sich jetzt für Deutsche ziemlich unspektakulär an, ist hier aber ein unglaubliches Ereignis.

Die Kirschblüte, oder „Sakura“ ist so ein Massenerlebnis was eigentlich ziemlich schwer zu beschreiben ist.

Je nach Region beginnt die Kirsche natürlich unterschiedlich zu blühen, daher reisen viele Leute auch herum, immer der Kirsche nach….

Es gibt Fernsehsendungen die wie Wetterberichte vorhersagen wann und wo die Sakura am Besten zu sehen sei. Und diese werden dann nicht nur im Fernsehen, sondern auch in moderneren Bahnen (die natürlich alle Monitore in den Waggons haben) gesendet. Alles dreht sich vor, während und auch noch kurze Zeit danach nuuuuur um Sakura. Die Zeitungen und Werbungen sind voll damit, alle Lieder die Moment im Radio laufen befassen sich mit dem Thema, alle werden irre!!

Und das wirklich interessante ist ja, dass das ganze Spektakel so schnell wider vorbei ist. Maximal zwei Wochen blühen die Bäume, danach ist der ganze Zauber wieder vorbei. Aber gerade darum geht es den Japanern. Ich will gar nicht wissen, wieviele Philosophen und Dichter schon das Thema Vergänglichkeit der Kirschblüte und des Menschen angesprochen haben.

Nuuuunja, auf jeden Fall blühen die Bäume hier grade noch ein wenig. Es liegen zwar schon überall Blütenblätter auf der Erde, vor allem weil es ab und zu ziemlich heftig gestürmt hat, aber man merkt wirklich wie die Japaner während der Zeit aufgeblüht sind.

Letzten Sonntag waren Jenny und ich im Yoyogi Park zum Hanami(traditionelles Kirschblütenbetrachten, wieder ein ziemlich umfassendes Thema). Es war wunderbares Wetter und wir hatten ziemlich viel Spaß bei dem kleinen Picknick unter den Bäumen.

Also ich kann diesen Zeitraum für einen Japanbesuch nur empfehlen, dieses Spektakel sollte sich jeder mal angucken 😉

Advertisements